Hans Jürgen Heisszeit

Am letzten Samstag im September war ich mit einigen Bloggerkollegen aus der Münchner Region bei Hans Jürgen Filp zum Tasting des Hans Jürgen Gins eingeladen. Hans Jürgen ist hauptberuflich Geschäftsführer bei BayPack in Stetten und betreibt seine Brennerei aktuell als Hobby in seiner Freizeit. Bei wunderschönen Wetter trafen wir uns am Rande des neuen Industriegebiets von Wehringen und konnten den Sommergin Hans Jürgen Heisszeit verkosten. Hier hat Hans Jürgen ein sehr interessantes Konzept erstellt. In einem Neubau aus Holz mit großer Glasfront, die einen schönen Blick auf die Destille freigibt, vereint er 4 verschiedene, aber sehr gut miteinander harmonierende Gewerbeeinheiten. Im vorderen Bereich gibt es einen Verkaufsraum mit großem Holztresen und der 300 Liter Kupferdestille.

Im Shop gibt es neben dem Gin auch die Whiskyprodukte von Singold, das Kaffeebohnensortiment der Rösterei Bohnenschmiede und die Zigarren des Augsburger Tabakhändlers Pfeffer, welcher im hinteren Bereich des Gebäudes eine private Raucherlounge betreibt. Neben dem Verkaufsraum, von einer großen Glaswand abgetrennt, befindet das Restaurant Singold mit einer interessanten Burger- und Steakkarte.

Die ersten Destillate ließ Hans Jürgen erst in anderen Brennereien nach seiner Rezeptur herstellen. Erst seit diesem Jahr brennt er auf seiner eigenen Anlage mit einer 300 Liter Brennblase die sehr hochwertigen Produkte.

Die Anlage aus Kupfer und Edelstahl hat 4 Böden. Das bedeutet, dass die Produkte 4-fach destilliert werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit einem Aromakorb das Destillat weiter zu verfeinern.

Botanicals

Als Grundlage für den Gin verwendet er einen 4-fachen Brand. Dadurch ist der Grundalkohol schon sehr mild. Über die Botanicals verrät er berechtigter Weise nicht viel, es sind auf jeden Fall

im Gin enthalten. Die Botanicals werden im Alkohol mazeriert und anschließend in die Destille gefüllt. Bei 78 Grad siedet der Alkohol und die Dämpfe steigen durch den mit Lavendel, Orangen und Zitronen befüllte Korb. Das Destillat wird am Ende mit 5 Sterne Wasser versetzt. Alle Zutaten sind handverlesen, der Lavendel sogar aus dem eigenen Garten.

Flaschendesign

Die durchsichtige 0,5l Apothekerflasche mit schwarzem Verschluss wird von einem knallgelben schlichten Etikett geschmückt.

Vom Abfüllen, Verkorken bis hin zum Kleben des Etiketts geschieht alles in Handarbeit in einigen Nachtschichten und zeugt von der manufakturähnlichen Größe der Kleinbrennerei. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Etikett auf dem Kopf steht.

In der Nase

Am großen Holztresen öffnet Edith eine Flasche für uns und schenkt uns allen ein Schlückchen zur Verkostung ein. Aus dem Glas steigt neben Zitrusnuancen und floralen Noten die vom Lavendel stammen auch ein dezenter Wacholdergeruch auf.

Am Gaumen

Im Mund nehme ich dieselbe klare Linie wahr. Zudem kommt hier zusätzlich eine leichte Schärfe vom Pfeffer und dem Alkohol hinzu. Im Ganzen wirkt der Gin sehr mild und ist nicht mit Wacholder überladen. Ein Eiswürfel im Glas hätte hier sicher einen interessanten Effekt und würde den Alkohol in den Hintergrund stellen.

Perfekt Serviert

Für Liebhaber des klassischen London Dry Gin empfehle ich den Hans Jürgen pur oder auf Eis.

Für einen Gin&Tonic bietet sich ein Mediterranean Tonic an, der mit seinen eigenen Nuancen den Gin klar hervorhebt. Hier sollte aber darauf geachtet werden, ein Tonic mit wenig Kohlensäure einzusetzen.

Fazit

Rundum ein gelungenes Produkt aus einer kleinen bayerischen Manufaktur, in der alles in liebevoller Handarbeit hergestellt wird. Ich finde, beim Hans Jürgen Gin handelt es sich um ein sehr ehrliches Produkt mit hoher Qualität.

Ein kleiner Ausblick von Hans Jürgen

Beim hier vorgestellten Gin handelt es sich um den Sommergin von Hans Jürgen, der sogenannten Heißzeit. Auf diese folgt am 2. November 2018 die Eiszeit mit dem Wintergin. Dieser wird der Öffentlichkeit auf dem Augsburger Whisky und Spirit Salon 2018 vorgestellt. Ich werde euch berichten. Ich hatte die Möglichkeit im Rahmen des Events bei Hans Jürgen die Winteredition bereits zu probieren. Er wird mit weniger, aber dafür mit dominanteren Botanicals hergestellt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber als Zutaten kommen hier Zimt und Ingwer zum Einsatz. Zitronen und Orangen sind deutlich in den Hintergrund gerückt. Auch ist der Wacholderanteil deutlich höher als beim Sommergin. Lasst euch überraschen.

Am Ende gilt es meinen Dank an Hans Jürgen und Edith auszudrücken. Es war ein rundum netter Nachmittag in Wehringen bei Euch in der Heimat des Hans Jürgen Gins. Ebenso gilt mein Dank an Christine von Fach4 für die Organisation. Ich freue mich, euch alle bald wiederzusehen.

 

 

Den Hans Jürgen Heisszeit kannst du übrigens hier bei Wacholderexpress.de bestellen.

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich ferner als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Hans Jürgen Gin

8

Gesamteindruck

8.0/10

Eigenschaften

  • mild
  • wenig Wacholderlastig
  • bayerisch

Alkoholgehalt

  • 40,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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