Private Gin Baukasten – Aus dem Regal kann jeder

Private-Gin ist der einzige mir bekannte „Do it yourself“-Gin Baukasten, der wirklich alle benötigten Zutaten enthält: vom Basisalkohol angefangen, über die Botanicals, bis hin zu Trichter, Filter und einer schicken Flasche kannst du einen Gin kreieren, so wie du ihn magst.

Und genau aus diesem Grund ist der Private-Gin Baukasten in der Weihnachtszeit eine wirklich praktische Geschenkidee für alle Gin Fans im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis. „Welches Geschenk ist das richtige für meine Liebsten?“ – diese Frage stellt sich mit diesem Set zum Glück nicht mehr. Mit Vorfreude habe ich also die Box ausgepackt.

Inhalt

Das Private-Gin Set macht von der Optik her einen guten ersten Eindruck. Auch nach dem Öffnen bestätigt sich der positive Eindruck. Alles ist stabil und sicher verpackt, sowie ausführlich beschriftet. Alle Bestandteile des Sets sitzen fest in ihren Halterungen. Die Aufmachung ist sehr ansprechend. Neben 0,45 Liter Basisalkohol in einem Einmachglas mit Bügelverschluss befindet sich im Private-Gin Set außerdem eine leere Apothekerflasche aus Weißglas für den fertigen Gin, ein Edelstahltrichter mit Filtereinsatz zum Umfüllen und acht Botanicals zur Herstellung.

Die Zutaten sind jeweils einzeln in kleinen Reagenzröhrchen verpackt, sodass die Zusammenstellung des eigenen Gins stets individuell und nach eigenem Gusto erfolgen kann.

Botanicals

Folgende acht Zutaten sind enthalten:

Zubereitung

Auf der Webseite von Private-Gin gibt es drei Rezeptvorschläge, damit die Herstellung auch von Erfolg gekrönt ist. Schließlich hat man ja nur einen Versuch. Hier hätte ich mir jetzt noch gewünscht, dass schon im Set ein kleines Rezeptbuch beiliegt, damit nicht erst online nachgeschaut werden muss, welche Möglichkeiten es zur Anwendung der Botanicals gibt.

Der erste Schritt und die Basis mit Wacholder wird immer nach der gleichen Prozedur hergestellt: du zerdrückst die Wacholderbeeren (am besten in einem kleinen Mörser, es geht aber auch in einer kleinen Schale) und gibst sie in das Glas zum Basisalkohol. Du kannst hier variieren, mehr Wachholder oder weniger Wachholder, eine längere oder eine kürzere Ziehzeit auswählen. Für den ersten Versuch werden auf der Homepage 24 Stunden Ziehzeit empfohlen, denn diese Zeit benötigen die Aromen der Wacholderbeeren, um in den Alkohol überzugehen.

Das Ergebnis macht einen guten Eindruck. Nach den ersten 24 Stunden hat der Alkohol schon einen sehr intensiven Wacholdergeruch und auch Geschmack angenommen. Die goldige Farbe lässt an einen fassgereiften Gin denken. Wenn die Gin-Base diese gold-gelbliche Farbe angenommen hat, kannst du mit dem nächsten Schritt weitermachen.

Nimm nun die weiteren Botanicals und gebe von jeder Zutat genau so viel in den Mörser, wie du im Gin davon schmecken möchtest. Natürlich kannst du frei entscheiden, welche Botanicals du verwendest, oder ob du eine Zutat einfach ganz weglässt. Du willst ja schließlich deinen Gin ganz nach deinem eigenen Geschmack ansetzen. Am besten gibst du die ausgewählten Zutaten in den Mörser und zerstößt sie wie die Wacholderbeeren grob. Dann gibst du deine Zutaten zu den zerstoßenen Wacholderbeeren in die Gin-Base. Der Wacholder bleibt dabei weiterhin in der Base. Als Anhalt zur Verwendung der beiliegenden Botanicals gibt das Team vom Private-Gin Baukasten die unten aufgeführten Rezeptvorschläge. Hier ist eigentlich für jeden etwas dabei:

Der Trendige

Fünf zerdrückte rote Pfefferkörner, 1/4 Reagenzglas Zitronenschale, 1/4 Reagenzglas Orangenschale und 1/3 Teelöffel Koriander.

Der Scharfe

1/2 Reagenzglas Zitronenschale, vier Stück Kardamom, 1/2 Reagenzglas Koriander und 12 rote Pfefferkörner.

Der Süße

1/2 Reagenzglas Hibiskus, 10 rote Pfefferkörner und 6 Stück Koriander.

Ich habe mich für meinen ersten Versuch an der Rezeptur des trendigen Gins versucht. Da ich es aber tatsächlich gerne mal recht fruchtig mag, habe ich die Zitronenschale und die Orangenschale komplett verwendet. Für etwas mehr Würze habe ich im Gegenzug dafür noch zusätzlich vier Kapseln Kardamom hinzugegeben.

Die Botanicals geben jetzt wieder für die nächsten 24 Stunden ihre Aromen an den Alkohol ab, denn so lange soll die Gin-Basis jetzt wieder stehen bleiben und ziehen.

Die Abfüllung

Die Vorfreude steigt in den letzten 24 Stunden ungemein, denn schon beim Zerstoßen der Botanicals konnte man ein tolles und interessantes Aroma wahrnehmen. Nach den zweiten 24 und damit nach 48 Stunden bisher steht dein Private-Gin zur Abfüllung bereit. Beim Öffnen des Basisglases strömt ein angenehmer Geruch von Wacholder und vor allem der Zitrusfrüchte aus dem Glas. Klasse. Lege nun den Filter in den Trichter, stecke diesen in die Gin Flasche. Gieße die Gin-Base vorsichtig um, da man mit dem Einmachglas sonst schnell kleckert. Langsam und stetig sollte man den Trichter befüllen, damit der Filter nicht verrutscht und alle Botanicals herausfiltert.

So erhältst du eine reine Flüssigkeit ohne Rückstände der Botanicals. Das Ganze ist leider nicht so einfach zu bewerkstelligen. Am besten gießt du den Gin vorher aus dem Einmachglas in einen Messbecher mit Ausgießer. Denn so bekommst du anschließend den Gin besser und vor allem kontrollierter durch den Trichter mit Filter. Hast du alles komplett in die Apothekerflasche umgefüllt, muss die Flasche anschließend noch für 12 Stunden offen im Kühlschrank durchziehen.

Verkostung / In der Nase

In Summe war der Wacholder für insgesamt 48 Stunden im Alkohol und alle anderen verwendeten Botanicals für 24 Stunden. Plus 12 Stunden durchziehen im Kühlschrank machen 60 Stunden Vorfreude. Und daher gieße ich mir jetzt schnell einen ordentlichen Schluck in mein Degustationsglas. Ein schöner Geruch von Wacholder steigt mir in die Nase. Die Zitronenschalen und die Orangenschalen sind eindeutig zu riechen und verleihen ein frisches Aroma. Insgesamt ergibt sich ein schönes und stimmiges Aroma in der Nase. Das gefällt mir schon mal.

Verkostung / Am Gaumen

Ich bin echt gespannt auf den ersten Schluck meines ersten eigenen Gins. Ich schmecke dominierend den Wacholder, der aber ein schönes und mildes Geschmacksaroma im Mundraum verbreitet. Es ist eine leichte Süße auszumachen, die anscheinend schon in der Gin-Base vorhanden war. Das Aroma der Orangen- und Zitronenschalen kommt erstklassig zur Geltung. Die Hinzugabe der gesamten Zitrusschalen macht sich aus meiner Sicht positiv bemerkbar.

Eine leichte würzige Note im Nachhall wird von den roten Pfefferkörnern, dem Kardamom und dem Koriander erzeugt. Eine dezent würzige Note, die meinem Gin ein rundes Gesamtaroma verleiht. Mit Eis rückt der Wacholder ein wenig in den Hintergrund, die Zitrusaromen werden stärker.

Das gefällt mir. In nur 48 Stunden habe ich aus einem neutralen Weizendestillat durch Mazeration ausgesuchter Botanicals meinen eigenen schmackhaften Gin hergestellt.

Perfekt serviert

Da der Gin klassisch im Geschmack und von Grund auf recht mild ist, kann ich ihn sogar pur trinken. Das Ergebnis ist rund und gut ausbalanciert. Man hat ganz klar Gin im Glas. Als Gin&Tonic habe ich mein Standard Tonic Water von Thomas Henry gewählt.

Als Gin&Tonic funktioniert der Gin gut mit Thomas Henry und FeverTree. Da die Wacholdernote im Geschmack recht dominant ist und die Zitrusnoten ebenfalls gut zur Geltung kommen, passt das Thomas Henry meiner Meinung nach am besten dazu.

Fazit

Die Idee hinter dem Gin Baukasten von Private-Gin finde ich sehr gelungen umgesetzt. Anstatt einen der Standard-Gins aus dem Regal zu kaufen, kann man sich hier einen Gin zum selber machen kaufen. Das Set eignet sich auch hervorragend als Geschenk. Die Basisspirituose ist bereits im Set enthalten und muss nicht separat erworben werden.

Gerade wenn man das Set verschenken möchte, hat man hier einen Vorteil. Man kann sich beim Herstellen des Gins frei austoben und was völlig Individuelles kreieren. Der Gin ist mir im Test beim ersten Mal gleich gut gelungen und mein kreierter Gin hat mir persönlich gut geschmeckt. Ich finde, dieses Set stellt ein tolles Geschenk dar. Mir hat es Spaß gemacht mich am eigenen Gin auszuprobieren.

 

Passendes Indian Tonic Water findest du bei Bottlerocket.de

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Veröffentlicht von Bernd

Bernd Huntemann, geboren 1974 in Bremen, verheiratet, zwei Kinder, Wohnhaft in Hermannsburg, mitten in der Lüneburger Heide und durch Zufall über einen Freund zum Gin gekommen. Mit dem ersten Gin-Coktail (Gin Basil Smash) nach dem Grillen mit dem Gin-Fieber infiziert. Nach dem ersten eigenen Gin (Mombasa Club Gin) vollständig dem leckersten aller Destillate verfallen und danach weitere Freunde für Gin begeistert.

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