Breaks Brennerei Karlsruhe – Besichtigung

Heute nehme ich dich mit auf einen kleinen Ausflug durch meine Heimatstadt Karlsruhe. Mein Weg führt mich in den Ortsteil Mühlburg zu Harald Reinholz in seine Breaks Destillerie. Harald hat mich eingeladen, um mir seine Brennerei zu zeigen und ein bisschen was über die Geschichte zu erzählen. Den ein oder anderen Gin durfte ich natürlich auch verkosten.

Bei der Destillerie angekommen führte mich Harald zuerst durch die Räumlichkeiten. Neben seinem Büro befindet sich ein kleiner Verkaufsraum und ein schön eingerichteter Raum für Verkostungen. Vor etwa zwei Monaten wurde aufgrund der Vielzahl an Produkten zudem noch ein größerer Lagerraum nebenan angemietet.

Die Destillerie ist übrigens ein waschechtes Familienunternehmen. Harald Reinholz betreibt die Breaks Spirituosen GmbH nämlich mit seinem Bruder und seinem Neffen. Ein Drei-Mann-Betrieb also. Neben der Destillation wird in der Brennerei auch abgefüllt, verkorkt und etikettiert. Übrigens geschieht hier wirklich alles noch von Hand. Es steht nicht nur handmade drauf, hier steckt auch wirklich noch handcrafted drin.

Die Brennerei

Kommen wir nun aber zu den wirklich wichtigen Dingen: dem Herzstück der Destillerie.

Das Schmuckstück, nämlich die Brennblase steht direkt in der Nähe des Eingangs. Hierbei handelt es sich um eine klassische Kupferdestille mit vier Böden. Das bedeutet, dass das Mazerat 4-fach destilliert wird. Außerdem hängt außen an der Destille noch ein Aromakorb. Dies hat den Vorteil, dass die Destillation noch schonender von statten geht, da man die Temperatur bei empfindlicheren Botanicals so besser regulieren kann. Die filigranen Kräuter- und Blütennuacen werden vom Alkoholdampf nur durchströmt und nicht mitgebrannt und geben so ihr feines Aroma an das Destillat ab.

Die Destille fasst 130 Liter und wurde eigens für Breaks neu gebaut. Gebrannt wird einmal im Monat. Hierbei werden alle Sorten hintereinander gebrannt, um Energie einzusparen. Ein Brennvorgang kann übrigens bis zu acht Stunden dauern. Nach dem Brennvorgang lagert das Destillat noch für etwa vier Wochen in Stahltanks. So haben die verschiedenen Aromen genügend Zeit, sich miteinander zu verbinden. Dadurch entsteht ein vielschichtiges und ausgewogenes Bouquet.

Natürlich geht es bei einem Gin auch immer um die inneren Werte. Als Basis dient ein Bio-Agraralkohol. Die verwendeten Botanicals sind aus biologischem und teils regionalem Anbau. Diese werden von drei verschiedenen Produzenten bezogen, einer davon sitzt sogar im Karlsruher Reinhafen. Die Ingredienzien werden für circa 48h im Alkohol mazeriert und anschließend dann destilliert. Da das Karlsruher Wasser bekanntermaßen leider sehr kalkhaltig ist, fährt man eigens zu einer Quelle in die Pfalz, um dort das Wasser zu holen, mit dem das Destillat nach der Lagerung auf Trinkstärke gebracht wird.

Botanicals

Neben dem obligatorischen Wacholder sind folgende Botanicals in den Breaks Destillaten enthalten.

Gerade letztere Zutat trifft man im Gin doch eher selten an. Insgesamt finden 15 Botanicals Verwendung. Die Zutatenliste variiert je nach Ginsorte. Aber dazu mehr in den einzelnen Reviews.

Aber warum heißt der Gin jetzt eigentlich Breaks Fächerstadt Dry Gin?

Der Zusatz “Fächerstadt” ist keineswegs eine Herstellungsart, sondern eine Hommage an unsere wunderschöne Heimatstadt Karlsruhe. Vom Karlsruher Schloss aus gesehen ist die Stadt nämlich wie ein Fächer aufgebaut. Von jeder Straße in der Stadt ist das Schloss zu sehen. So jetzt aber Schluss mit der Heimatkunde, widmen wir uns wieder dem Breaks Gin und Harald.

Von der Idee zum Gin

Schon Haralds Großvater Ferdinand Wiesenmayer war Schnapsbrenner. Als Kind schaute er ihm oft über die Schulter. Wie wir ja alle wissen prägen uns gewisse Dinge, die wir als Kind erlebt haben. Bei Harald war es wohl die Leidenschaft fürs Brennhandwerk, welche er später dann zu seinem Beruf machte. Aber langsam. Angefangen hat alles mit einem Plattenladen und einem Club. Über zwanzig Jahre nämlich führte Harald Reinholz den Plattenladen namens “Breaks Records”. Außerdem war Harald noch als DJ aktiv und übrigens auch Besitzer des Monkey Clubs in Karlsruhe.

Die Idee von einem eigenen Gin reifte also schon viele Jahre in ihm. Da der Plattenladen aufgrund der Entwicklung im Musikgeschäft und dem Angebot an Streamingdiensten kein gewinnbringendes Konzept mehr darstellte, war genug Zeit, um an einer eigenen Rezeptur zu tüfteln. Außerdem kam 2014 noch der Nachwuchs auf die Welt. Auch dieser war Grund genug ein neues Kapitel abseits des Nachtlebens, aufzuschlagen.

2014 begann Harald also dann mit dem Entwickeln der Rezeptur für seinen eigenen Gin. In dieser Zeit galt es, Erfahrungswerte zu sammeln, immer wieder zu probieren, zig Brände zu brennen, Schulungen zu besuchen und Bücher zu wälzen. Über ein Jahr lang dauerte es, bis die finale Rezeptur stand. Man wollte einen Gin kreieren, der sich von der Masse abhebt und unterscheidet. Auch in Haralds Club wurde der Gin als Hausmarke ausgeschenkt – auch so konnte man testen, wie der Gin bei der breiten Masse ankommt.

“Ein guter Barkeeper sagte mir einmal, dass der Gin, den man herstellt, die eigene Seele widerspiegeln müsste – ich wollte einen fruchtigen, milden Gin kreieren, der vielen Menschen Freude bereitet.” – so Harald Reinholz. 2015 gründete man dann die Breaks Spirituosen GmbH und Co. KG. Mit dem Namenszusatz “Breaks” setzt sich also ein Teil seiner persönlichen Geschichte in flüssiger Form fort. Außerdem steht Breaks auch für die Pause im Alltag. Wir sollten uns viel öfter eine Auszeit genehmigen und mit einem Gin Tonic am Strand, in den Bergen oder am Lieblingsplatz sitzen und das Leben genießen.

Gin-Sorten

Im Gespräch mit Harald spürt und sieht man förmlich die Liebe und Leidenschaft zum Handwerk. Dies macht sich natürlich auch bei den Produkten bemerkbar. Der Wacholderschnaps ist eine sehr vielseitige Spirituose – aromatisiert man ihn mit verschiedenen Kräutern, Gewürzen und Früchten so ist für jeden etwas dabei. Genau das macht sich am Sortiment von Breaks bemerkbar. Hier kommt so ziemlich jeder auf seine Kosten.

In meinen nächsten Reviews nehme ich für dich die einzelnen Sorten mal genauer unter die Lupe. Aktuell gibt es nämlich schon sechs verschiedene Sorten:

  • Premium Dry Gin
  • Reserve “Gold Junge”
  • Butchers 25
  • Cannabis Gin
  • KSC-Edition
  • Rose Berry

sowie die Kunst Sondereditionen Wasser, Erde, Luft und Feuer. Stay tuned!

Außerdem ist es möglich seinen eigenen Gin bei der Brennerei brennen zu lassen. Hier hat man von der Gestaltung des Logos bis hin zur Auswahl der Botanicals komplett freie Hand. Wer also Lust auf einen eigenen Gin hat, der kann sich gerne mit Harald in Verbindung setzen.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Harald für die Einladung und den schönen Nachmittag in der Destillerie bedanken! Es war mir eine Ehre beim Brennen über die Schulter zu schauen, Gin zu verköstigen und ausgiebig über unser Lieblingsdestillat zu plaudern. Ich komme jederzeit gerne wieder vorbei.

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Veröffentlicht von Vanessa

Vanessa Schwan, geboren 1993 in Karlsruhe im schönen Baden-Württemberg. Neben Sport und gutem Essen gibt es eine weitere Leidenschaft in meinem Leben. Gin! Mit dem Ginvirus angesteckt hat mich mein Vater, als er mir eines Abends einen Gin Tonic einschenkte. Ich probierte und schon war es um mich geschehen. Der erste Gin in meiner Sammlung war übrigens der The Duke Gin aus München. Der zweite Gin war der Sipsmith Gin aus London. Zugegeben, den habe ich zu Anfang nur wegen des Schwans auf dem Etikett gekauft. Aber auch geschmacklich konnte er mich vollends überzeugen und so nahm das mit dem Gin und mir seinen Lauf. Zu Anfang teilten mein Vater und ich die Leidenschaft alleine. Inzwischen haben wir aber neben meiner Mutter auch meinen Freund und den halben Freundeskreis mit dem Virus infiziert.

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