Ginvasion auf dem Hanse Spirit Gin Festival 2019

Am 07. und 08. Juni ging es hochprozentig her in der „Alten Fabrik“ des Museums der Arbeit in Hamburg, denn es fanden die Juniper Days statt. Ich bin am Samstag der Einladung von Oliver Steffens gefolgt und berichte dir, ob sich ein Besuch vom Hanse Spirit Gin Festival im nächsten Jahr lohnt.

Mit dem Festival wurde eine Reihe geschaffen, die sich auf das wesentliche beschränken möchte: den Gin. Er ist der eigentliche Star des Festivals. Neben dem Genuss soll man dazu mehr über die Geschichte des jeweiligen Destillats und über die Menschen dahinter erfahren.

Die Macher

Die Veranstalter Chris Rickert (Gründer der Hanse Spirit und eigentlich ein eingefleischter Whisky-Fan) und Oliver Steffens (Gründer von The Ginthusiast, Besitzer von über 600 Sorten Gin und Veranstalter von Gin-Tastings) lieben gute und hochwertige Spirituosen. Und sie wollen Gin-Liebhabern eine Plattform bieten, die zum Genießen und zum ausgiebigen Probieren einlädt, dabei auffordert Neues zu entdecken, sich mit Gleichgesinnten und Herstellern auszutauschen und mehr über eine große Vielzahl an unterschiedlichen Ginsorten zu erfahren.

Dazu konnten Chris und Oliver eine große Anzahl an Produzenten, Importeuren und Markenbotschaftern für ihr Hanse Spirit Gin Festival gewinnen. In einem ausgewogenen Mischungsverhältnis war es also möglich an vielen Ständen mit dem personifizierten Wissen und der Leidenschaft zum guten Gin ins Gespräch zu kommen.

Die Location

Kurz zum Veranstaltungsort: mitten in Hamburg-Nord auf dem ehemaligen Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waren Compagnie von 1871, wo einst Kautschuk verarbeitet wurde, ist heute das Museum der Arbeit zu Hause. In der „Neuen Fabrik“ des Fabrikensembles werden die Sonderausstellungen und die ständige Ausstellung des Museums der Arbeit präsentiert. Im Museum kann man die Wandlung des Lebens und der Arbeit in den letzten 150 Jahren verfolgen.

Nebenan in der „Alten Fabrik“, können Events auf fast 1000qm veranstaltet werden. Die Räumlichkeit ist ausreichend groß, hell und bietet mit den großen Fenstern ein angenehmes Ambiente für ein Gin Festival.

In der alten Fabrik hatten eine Vielzahl von Ausstellern ihre Stände aufgebaut, von denen ich dir nun einige vorstelle.

Hanse Spirit Bar 555´er

Als erstes führte mich der Abend natürlich zu der Hanse Spirit 555´er Bar von Oliver Steffens. Eine unglaubliche Auswahl! Die größte Bar des Festivals lockte mit einer riesigen Auswahl an Gins in allen nur erdenklichen Geschmacksrichtungen. Schon alleine hier zeigte sich, dass das Konzept des Hanse Spirit Gin Festivals aufgeht: man konnte sich an jedem Stand 1cl puren Gin für meist nur 1 € ausschenken lassen und dann je nach Lust und Laune mit Eis oder einem Tonic Water probieren. Hierbei war auch die Auswahl an unterschiedlichen Tonic Watern durchaus beachtenswert. So fanden sich an den unterschiedlichen Ständen die Klassiker von Schweppes, Thomas Henry und Fever Tree, aber durchaus auch Goldberg, The Basil, die Premium Mixer von Schweppes und unterschiedliche Sorten von Dr. Polidori. Insgesamt eine tolle Auswahl, die ich so noch auf keinem Festival gesehen habe.

Alle Proben wurden in kleinen Gläsern ausgeschenkt, die zudem Platz für Eiswürfel und etwas Tonic boten. So konnte man sehr viele Gins pur, auf Eis oder mit unterschiedlichen Tonics zum kleinen Preis ausprobieren. Auf Wunsch konnte man auch gleich größere Gin & Tonics oder Cocktails bestellen, die je nach Stand etwas mehr gekostet haben, aber preislich alle völlig im Rahmen waren.

Nachdem ich mich noch mal persönlich für die Einladung bedanken konnte, kamen wir natürlich schnell auf das Thema Gin. Oliver hatte sich ursprünglich intensiver mit Weinen und Whiskys beschäftigt und wandte sich irgendwann der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen. Und nachdem er seine Liebe zum Gin entdeckt hatte, wuchs seine eigene Ginsammlung unaufhörlich. Eigentlich wollte er den Umfang der Sammlung mit Gin-Tastings, die er anbot, verringern. Aber irgendwie ging diese Idee nicht auf, im Gegenteil: die Ginsammlung wuchs stetig weiter. Das Durchführen von Tastings wurde eine neue Leidenschaft und Oliver war mit seinen reinen Gin-Tastings Anfang der 2010er Jahre sicher einer der Vorreiter in Deutschland.

Die ersten Drinks

Natürlich ließ ich mir von Oliver auch verschiedene Gins in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen empfehlen. Als erstes habe ich mir einen „waldigen“, „harzigen“ Gin empfehlen lassen. Hier fiel die Wahl auf den Foersters Heide Gin, der bei den World Gin Awards (UK) als “Bester deutscher London Dry Gin” abgeschnitten hat. Ein Gin mit einer ordentlichen Portion Wacholder und mit Nadeln der Küstentanne, die stets frisch in der Rostocker Heide geerntet werden. Ein interessanter Gin, da ich Gins mit Tannenadeln und waldiger Note allgemein sehr gerne mag.

Nor Gin

Danach habe ich mir den NorGin empfehlen lassen. Diesen hatte bereits unsere Vanessa im Review für dich auf Ginvasion vorgestellt. Und ich kann sagen, dass der Queller, der „Meeresspargel“ aus dem Vorland des Wattenmeeres tatsächlich ein außergewöhnliches Botanical ist, dass dem NorGin eine ungewöhnliche Note nach Meeresbrise verleiht.

Zum Abschluss gab es noch einen besonderen Gin, den Königin der Hanse. Eine limitierte Sonderedition anlässlich von “875 Jahre Lübeck” mit Nuancen von Rosenwasser und Mandeln. Eine wahnsinnig präsente Marzipannote.

Sauerland Dry Gin

Zweite Station: Woodland. Den Sauerland Dry Gin habe ich dir bereits im Review vorgestellt, daher wurde es Zeit für den nächsten Schritt: den Woodland Navy Strength Gin. Beim Probieren führte ich ein tolles Gespräch mit Dr. Moritz Dimde, auch selbst genannt „Dr. Durst“, dem Geschäftsführer der Sauerland Distillers.

Entgegen meiner Befürchtungen, dass die 57,15 % zu viel für den puren Genuss wären, empfahl er mir trotzdem das kraftvolle Erlebnis. Und was soll ich sagen: trotz der satten Umdrehungszahl kratzt der Woodland Navy Strength kein bisschen im Hals. Eine tolle und hochintensive Variante des Woodland Sauerland Dry Gin.

Burgen Drinks

Der nächste Stand war der von Burgen Drinks. Den Burgen Dry Gin hatte ich schon mehrmals zuhause (im Review vom Basti könnt ihr hier mehr darüber lesen) und freute mich auf die sommerliche Variante, den Burgen Dry Gin in der Limited Edition, die Kai Hofman, Geschäftsführer von Burgen Drinks, im Gepäck hatte.

Die Schlitzer Destillerie hat hier wirklich einen tollen fruchtigen Gin mit Grapefruit, Lemongras und Zitrusfrüchten sowie Hagebutte hergestellt.

Tonki Kong Gin

Ein absolutes Highlight war allerdings das Angebot, den neuen Tonki Kong Gin probieren zu dürfen. Dieser wird demnächst in Verkauf gehen und ist Zusammenarbeit mit dem Barbecue Blog BBQlicate entstanden.

Hier sind als Botanicals Tonkabohnen und Steakpfeffer enthalten. Diese Zusammenstellung basiert auf der Tonki Kong Mischung von Ankerkraut, gleichzeitig Namensgeber für den Gin. Der Tonki Kong riecht schon intensiv und kräftig. Er ist sehr ölig und schwer und hinterlässt lange Schlieren am Glas. Ein toller erster Eindruck, den der Gin hinterlässt. Im Geschmack ist der Steakpfeffer sehr präsent, ohne dass der Gin durch die Schärfe dominiert wird. Der pfeffrige Geschmack bleibt mit dem Wacholder lange am Gaumen. Ein ungewöhnliches, aber tolles und einprägsames Geschmackserlebnis.

Knut Hansen und Soda Libre

Über den Stand von Knut Hansen, wo es einen Knuti auf die schnelle Faust gab, ging es über den Stand von Citadelle und Ginneslust zum Stand von Soda Libre.

Hier habe ich mich bei einem Gin Basil Smash mit René Machon, Co. Owner von Soda Libre, unterhalten.

Das Team arbeitet bereits an weiteren Ideen, um weiterhin bestehende Lücken im Bereich der ungewöhnlichen Filler – wie The Basil einer ist – zu füllen. Ich bin gespannt, denn ich finde die Basilikum-Zitronen-Limo auf jeden Fall gelungen.

Catering

Fünf Gin sind zwar ein Schnitzel, aber ich wollte vorsichtshalber eine Kleinigkeit essen, bevor ich die nächsten Stände aufsuchte, damit ich eine reelle Chance habe, auch allen Ständen einen kurzen Besuch abzustatten. Im Lichthof vor der „Alten Fabrik“ gab es dazu ein feines Angebot aus Foodtrucks. Nach einer kurzen Stärkung bei einem Burger mit Smoked Spanferkel und Kringelpommes (beides war hervorragend) nahm ich den nächsten Stand eines Gin Anbieters ins Visier.

Skin Gin & Tonka Gin

Über Skin Gin (Tea Kiss mit Schweppes Hibiskus Tonic Water)

und Gentle Gin (Tea Dry sowie Saffron) kam ich zum Tonka Gin. Hier hatte ich ein tolles Gespräch mit der sehr sympathischen Serap Soumikh, Personal Assistent von Tonka Gin.

Der Gin mit seiner eleganten Vanillenote und dem leichten Bittermandelgeschmack ist sehr exotisch und erzielt mit der kleinen Tonkabohne eine große Wirkung. Ein Toller Hamburger Gin und ein tolles Team dazu.

Spitzmund Gin

Abschließend habe ich noch Andreas Werner, dem Schöpfer des Spitzmund einen Besuch abgestattet. Neben einem tollen Gespräch mit Andreas und seiner Frau habe ich hier den Spitzmund New Western Dry Gin probiert, der mit seinem dominanten Pflaumengeschmack schon etwas Besonderes ist. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mir hat er gut gefallen.

Daneben gab es hier auch die limited Edition des Spitzmund, den Sherry Cask Reserve. Bernsteinfarben präsentiert sich dieser Gin, der eigentlich gar nicht mehr nach Gin schmeckt. Sherry Fans dürften hier ihre helle Freude haben, ich finde ihn durchaus gelungen, wenn man sich vom Gedanken einen Gin zu trinken lösen kann, denn es dominieren ganz klar die Holznoten, Vanillearomen und Traube.

Fazit

Für mich war das Hanse Spirit Gin Festival eine rundum gelungene Veranstaltung in einer angenehmen Location. Der Gin stand klar im Mittelpunkt und es ging darum möglichst viel Gin probieren zu können. Für die überwältigende Auswahl haben sich die beiden Veranstalter Chris Rickert und Oliver Steffens vorsorglich im Vorfeld entschuldigt. Es gab wirklich ein wahnsinnig großes Angebot unterschiedlicher Gins, aber Dank der kleinen Mengen, die man mit einem kleinen Taler erwerben konnte, war es tatsächlich möglich, viele noch unbekannte Gins zu probieren oder sich einen Altbewährten zu gönnen. Auch die tolle Auswahl an passenden Fillern konnte sich sehen lassen. Sehr gut gefallen hat mir die Möglichkeit an vielen Ständen mit den Produzenten, Herstellern und kreativen Köpfen hinter dem Gin ins Gespräch zu kommen und die Geschichten hinter den Destillaten oder dem dahinterstehenden Team zu erfahren.

Eine Freude war es mir zudem noch, dass ich die sehr sympathischen GinBlogger @emanuellecarron und @annalina03 auf ein netten Schnack und ein herzliches Kennenlernen treffen durfte, nachdem diese mit ihrer Crew direkt aus dem Gintrain von München nach Hamburg auf dem Hanse Spirit Gin Festival gelandet sind. Es war mir wirklich eine Freude Mädels, ich freue mich auf das nächste Treffen.

 

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Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich ferner als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Veröffentlicht von Bernd

Bernd Huntemann, geboren 1974 in Bremen, verheiratet, zwei Kinder, Wohnhaft in Hermannsburg, mitten in der Lüneburger Heide und durch Zufall über einen Freund zum Gin gekommen. Mit dem ersten Gin-Coktail (Gin Basil Smash) nach dem Grillen mit dem Gin-Fieber infiziert. Nach dem ersten eigenen Gin (Mombasa Club Gin) vollständig dem leckersten aller Destillate verfallen und danach weitere Freunde für Gin begeistert.

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