Woodland Sauerland Dry Gin

„Gute Jungs, guter Gin“, so lässt sich der Woodland Sauerland Dry Gin kurz zusammenfassen.

Manchmal entstehen schöne Dinge völlig ungeplant. Der Woodland ist nicht aus einer Schnapsidee heraus entstanden, sondern er hat eine Geschichte: eigentlich sollte ein Marketing-Produkt entwickelt werden, das das Sauerland bekannter macht und in Erinnerung bleibt. Aus einem regionalen Produkt wurde letztendlich eine Spirituose. Und was für eine!

Am Beginn der Geschichte steht der Wunsch der Unternehmervereinigung “Sauerland initiativ” nach einem Produkt, das die Region bekannt macht. Ein regionales Lifestyle-Produkt. „Das Sauerland ist viel cooler, als sein Image“, beschreibt Matthias Czech, einer der Gründer der Sauerland-Distillers, den Anstoß zu „Woodland“. In seinen Augen „ein cooles Produkt, das aus dem Sauerland kommt“. Denn einen regionalen Gin mit Bezug zum Sauerland gab es noch nicht.

Die weiteren Leute hinter dem Gin: Andreas Schulte, Olaf Baumeister, Till Brauckmann, Dr. Moritz Dimde und Gregor Biedrzycki.

Aber bei der Umsetzung ihrer Idee hatten die „guten Jungs“ auch Enttäuschungen erlebt. „Wir haben anfangs nach einem Investor gesucht“, schaut Till Brauckmann zurück. Aber die Finanzierung gestaltete sich durchaus kompliziert. Denn „die Investoren waren nicht mit Leidenschaft dabei, sondern haben das als Profit Möglichkeit gesehen. Wir wollten aber die Authentizität nicht verlieren.“ So habe man die Finanzierung letztlich selbst gestemmt und die Sauerland Distillers GmbH gegründet.

Destilliert und abgefüllt und damit hergestellt wird der Woodland Sauerland Dry Gin in der Märkischen Spezialitätenbrauerei in Hagen. Genauer: im Volmetal, im Süden von Hagen. Auch bekannt als das Tor zum Sauerland.

Der Name Woodland nimmt Bezug auf die heimische Region: Das Holz aus den Wäldern war lange Zeit die wirtschaftliche Grundlage des Sauerlandes.

Botanicals

Die Leitlinie, nach der Küchenchef Olaf Baumeister ausgewählt hat: „Was gibt die Natur her, was ist sinnvoll, und was passt zusammen“. Den Grundstock bilden der Wacholder und Weizenalkohol. „Das ist die reinste Alkoholform.“ Ziel war es, die Aromen der heimischen Wälder in die Flasche zu bringen.

Deshalb finden sich im Woodland vor allem regionale Zutaten, die in den Wäldern des Sauerlands zu finden sind:

Flaschendesign

Der Woodland Gin wird in einer klaren, schnörkellosen Halbliter-Flasche im Stil der typischen Apothekerflaschen abgefüllt. Das Design für die Etiketten hat Gregor Biedrzycki entworfen. Die Etiketten sind auf das Wesentliche reduziert, wirken modern und gleichzeitig traditionell. Auf schlichten, weißen Etiketten mit einer schnörkellosen, hochwertigen Typografie steht in schwarzen Lettern Woodland unter zwei gekreuzten Morgensternen in Kupferfarbe. Weiterhin sind der Alkoholgehalt von 45,3% und das Fassungsvermögen von 500ml angegeben.

Auf der Rückseite ist in ebendiesem schlichten Design in englischer Sprache einiges über den Ursprung des Gins und der Botanicals angegeben. Dazu ist die Batchnummer, die Flaschennummer und das Abfülldatum vermerkt.

Nur auf der Innenseite des Rücketiketts befindet sich eine sehr detaillierte Darstellung der Schlacht von Worringen, den Kampf der Konfessionen im Sauerland. Ein interessanter Gegensatz zum ansonsten schlichten Auftritt.

Die Grafik zeigt die Geschichte der damals noch geteilten Region. Das Sauerland war bis ins 15. Jahrhundert in zwei Machtbereiche getrennt: in den Teil der protestantischen Grafen von der Mark und den des Erzbistums Köln. 1288 verlor der Erzbischof von Köln gegen die vereinten Truppen der Grafen von der Mark und Berg – heute soll indes auf ein „vereintes Sauerland“ angestoßen werden.

In der Nase

Ich öffne den Holzverschluss mit Kunstkorken, auf dem ebenfalls die beiden gekreuzten Morgensterne in Anlehnung an die Schlacht von Worringen eingebrannt sind. Ich nehme einen tiefen Atemzug direkt aus der Flasche. Schon beim ersten Aroma, das aus der Flasche emporsteigen hat mich der Woodland gefesselt. Eine ausgesprochen und ausgeprägte Waldnote kommt mir entgegen. Durch die Fichtenspitzen kann man den Wald förmlich riechen. Wenn man nach einem Regenschauer durch den feuchten Wald schlenderten riecht es ähnlich einzigartig. Begleitetet wird der Duft von Zitrusaromen und einem leichtem Wacholdergeruch, die das waldige und erdige Aroma der Baumpilze hervorragend begleiten. Im Nosing macht der Woodland Gin also schon mal echt was her wirklich und ich kann es nicht erwarten ihn endlich zu probieren und schenke mir deshalb gleich eine Probe ein.

Am Gaumen

Nach dem ersten Schluck bin ich vollends begeistert, denn der Woodland hält, was er vorher versprochen hat. So stelle ich mir den Geschmack des Waldes vor. Waldige und harzige Aromen der Fichtensprossen und die erdigen Töne der Waldpilze spielen die erste Geige. Im Weiteren gesellen sich der Wacholder und die Zitrusnoten hinzu.  Der Gin ist mit seinen 45,3 % vol. Alkohol wahnsinnig mild und schmeckt trotzdem kräftig nach Wald. Ein herrlich vollmundiges Bouquet.

Perfekt Serviert

Der Sauerland Dry Gin hat direkt einen ersten, kräftigen Moment, bekommt dann eine leichte, nicht zu starke Zitrusnote. Begleitet von einem sanften Wacholdergeschmack hat er einen nachklingenden erdigen und harzigen Abgang. Zum Woodland passt ein Fevertree Indian Tonic Water, welches als Gin&Tonic mit einem Garnish aus einer Scheibe grünem Apfel und frischer Minze einen herausragenden Drink ergibt.

Fazit

So schmeckt das Sauerland. Das soll die Botschaft hinter dem Gin sein. So ist die Botschaft bei mir angekommen. Und sie schmeckt mir richtig gut.

Die Botanicals des Woodland sorgen für einen starken Charakter. Ein kräftiger, herb-frischer Gin, destilliert mit Sauerländer Quellwasser.

Mich hat der Woodland voll und ganz überzeugt. Die Aromen der Fichtensprossen haben mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Das Zusammenspiel aus diesen ungewöhnlichen Botanicals sind in ihrer Zusammensetzung wirklich gelungen und der Woodland ist fürwahr ein würdiger Vertreter und Botschafter des Sauerlands.

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Woodland Sauerland Dry Gin

9.3

Gesamteindruck

9.3/10

Eigenschaften

  • Wacholderbeeren
  • Fichtennadel und Baumpilze
  • Zitrusfrüchte

Alkoholgehalt

  • 45,3 %

Veröffentlicht von Bernd

Bernd Huntemann, geboren 1974 in Bremen, verheiratet, zwei Kinder, Wohnhaft in Hermannsburg, mitten in der Lüneburger Heide und durch Zufall über einen Freund zum Gin gekommen. Mit dem ersten Gin-Coktail (Gin Basil Smash) nach dem Grillen mit dem Gin-Fieber infiziert. Nach dem ersten eigenen Gin (Mombasa Club Gin) vollständig dem leckersten aller Destillate verfallen und danach weitere Freunde für Gin begeistert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.