Albrecht Gin

Ich beginne mein Review heute mit einem Zitat von Theodor Fontane: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Gin“. So, oder so ähnlich ist es nachzulesen in der Wanderung durch die Mark Brandenburg. Halt mache ich heute in der Spargelhauptstadt Beelitz und schaue mir für dich den Albrecht Gin der dort ansässigen Spirituosen Manufaktur mal etwas genauer an.

In der Beelitzer Spirituosen Manufaktur produziert Thomas Häberer seit 2017 unter anderem den Albrecht Gin und auch den mit Aroniabeeren verfeinerten Sophie von Winzenburg Gin. Der Brennmeister schuf mit dem Albrecht Gin eine Hommage an den Gründer der Mark Brandenburg, Albrecht der Bär oder auch Herzog von Sachsen.

Das Original-Zitat von Theodor Fontane lautet übrigens: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut“

Und genau diesen Mut bewies Thomas schließlich und erschuf mit dem Albrecht einen einzigartigen Gin. Seine Rezeptur und die Zusammenstellung der Zutaten wurde mit viel Ausdauer und Leidenschaft über einen Zeithorizont von mehreren Monaten umgesetzt. Hauptaugenmerk legt er auf regionale Zutaten in Bioqualität.

Botanicals

Neben Wacholderbeeren verwendet er für seine Rezeptur weitere 14 handverlesene Zutaten aus kontrolliertem biologischem Anbau. Unter anderem:

Die Zutaten werden für zirka 36 Stunden in Bio-Weizenalkohol mazeriert und anschließend schonend im traditionellen London Dry Gin-Verfahren in kleinen Chargen destilliert. Nach der Destillation lässt Thomas den Gin anschließend noch für 4 Wochen ruhen.

Flaschendesign

Die klassische Apothekerflasche aus Klarglas ist mit einem Echtholzkorken mit Kunststoffeinsatz und einem roten Wachssiegel verschlossen.

Das vordere Etikett ziert die Bärentatze von Albrecht dem Bären. Der Name des Gins ist in goldenen Großbuchstaben auf das Etikett gedruckt und trägt den Beinamen „Märkischer Dry Gin“. Das rückseitige gibt Auskunft über den Bezug zum Gründer der Mark Brandenburg und verweist auf die Bioqualität des Gins.

Den versiegelten Holzkorken öffne ich jetzt und gieße mir einen Schluck in mein Degustationsglas ein.

In der Nase

Ich lasse dem Gin etwas Zeit zum Atmen und schwenke das Destillat in meinem Glas. Die Tropfen laufen zäh zum Boden zurück. Die Konsistenz ist also leicht ölig. Es steigt ein betörendes Bouquet aus Wacholder, dezentem Kardamom und Zitrusnuancen hervor. Die scharfen Noten des Ingwers lassen sich unschwer erkennen und kitzeln in der Nase. Es riecht angenehm fruchtig nach reifen Äpfeln und ich nehme den süßlichen Duft der Rosenblüten wahr. Zimt und Nelken runden anschließend den positiven Gesamteindruck ab.

Am Gaumen

Mild und ölig verteilt sich das Destillat über meine Zunge in den Mundraum. Der erste Kontakt ist gekennzeichnet durch Wacholder und Kardamom. Eine leichte Schärfe, hervorgerufen durch den Ingwer verbreitet sich angenehm im Mund. Der fruchtige Apfelgeschmack kommt genauso zum Vorschein, wie die mediterranen Noten des Rosmarins.

Im Abgang schmeckt es frisch nach Minze und Zitronen. Auch hier zeigt der Ingwer mit einem wärmenden Brennen noch einmal seine Stärke. Der Nachhall ist geprägt durch Kardamom und interessante parfümartige Aromen von Rosenblüten. Sehr angenehm.

Perfekt Serviert

Der Albrecht Gin ist definitiv pur und auch auf Eis zu empfehlen. Mit Eis bekommt er einen klassischeren Charakter und der Wacholder tritt deutlich mehr in den Vordergrund. Die fruchtigen und floralen Noten verlieren auf Eis allerdings etwas an Intensität.

Als Gin&Tonic macht der Albrecht Gin mit einem Indian Tonic von FeverTree eine gute Figur. Die Ingwernote ist hier ein passender Gegenspieler zum bitteren Chinin.

Meine klare Empfehlung für einen Longdrink ist hier aber definitiv das Ginger Beer von Fentimans. Der Gin ergänzt mit seinen fruchtigen und würzigen Noten den scharfen und herben Geschmack des Ginger Beers in Perfektion.

Fazit

Das Geschmackserlebnis ist intensiv und definitiv geprägt durch die wärmende Schärfe des Ingwers.

Der märkische Dry Gin weist sehr komplexe Aromen auf, die vom herben Wacholder dominiert werden. Seine mit Liebe ausgewählten Botanicals harmonieren sehr ausgewogen, selbst die Apfelaromen kommen übrigens gut zur Geltung und wirken in keiner Art und Weise künstlich.

Liebhaber der scharfen Ingwerwurzel werden begeistert sein vom Albrecht dem Bären.

Wer noch mehr Ingwer verträgt, dem sei die Gemahlin des Herzogs Albrecht, die Sophie von Winzenburg zu empfehlen. Dieser Gin basiert in den Grundzügen auf dem Albrecht-Gin, wird aber nach der Destillation mit Aronia infundiert. Durch diese abschließende Verfeinerung kommt der Inger noch einmal deutlich stärker zum Vorschein.

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Albrecht Gin

8.6

Gesamteindruck

8.6/10

Eigenschaften

  • Wacholderbeeren
  • Ingwernoten
  • erfrischende Zitrusaromen

Alkoholgehalt

  • 43,5 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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