Huckleberry Gin

Gestern war ich von Jens Lauckner, dem Mitbegründer des Huckleberry-Gins, in die Theresienstraße 33 in München eingeladen. Ich wollte mir den Geburtsort von dieser Münchner Spezialität mal etwas genauer ansehen. Im Universitätsviertel der Stadt angekommen, fand ich dann unter der Nummer 33 ein Kleinod unter den Münchner Getränkeläden.

Im ehemaligen Stammhaus des Münchner Mineralwasser Herstellers Otto Pachmayr betreiben Maximilian Elsholtz und Jens Lauckner neben dem Verkauf eines umfangreichen Sortiments an Getränken, einen Getränkelieferdienst für das Stadtgebiet München. Ihr Gin-Sortiment und auch die Auswahl an Tonics ist übrigens nicht zu verachten und für alle Münchner Gin-Fans ein Besuch wert.

Beeindruckt vom Laden und der spannenden Geschichte, die hinter diesem Ort steckt, wechselten wir dann aber schnell das Thema und kamen zum eigentlichen Besuchsgrund. Der Huckleberry-Gin. Huckleberry ist übrigens das englische Wort für Heidelbeere, dem wichtigsten Botanical in diesem Wacholderdestillat. Die Idee, einen eigenen Gin zu entwickeln, kam den beiden Freunden bei einer Party in ihrem Laden. Der entscheidende Kontakt zum heutigen Destillateurmeister wurde dann allerdings über einen Onkel eines Freundes bei einer Bergtour hergestellt. Somit hatten Max und Jens neben der Idee, auch einen Weg zur Umsetzung ihres Vorhabens gefunden.

Aus 10 verschiedenen Vorschlägen ging bei einem Tasting im Freundeskreis in der Theresienstraße 33 Ende 2017 der heutige Huckleberry Gin hervor. Aktuell wird die 7. Charge destilliert.

Die ersten Flaschen wurden am Anfang noch per Hand beklebt. Das heutige Flaschendesign soll mit der grünen Färbung an eine alte Apothekerflasche erinnern. Das Design des Etiketts ist dem viktorianischen Stil nachempfunden. Die Flasche passt somit perfekt in das Ambiente der Inneneinrichtung des Ladens im Münchner Studentenviertel.

Der Gin wird in drei Stufen von einem erfahrenen Destillateurmeister, der sein Familienunternehmen im Schwarzwald seit 30 Jahren in dritter Generation führt, hergestellt. Der Alkohol entsteht in der 1. Destillation aus Getreide. Im zweiten Destillationsschritt sind die gintypischen Botanicals wie Wacholder, Angelikawurzeln, Koriandersamen, Ingwerwurzeln, Zimt und Lavendel an der Reihe. Um den Gin noch fruchtiger zu gestalten, wird noch getrocknete Zitronenschale, Holunder- und Hopfenblüten und Pfefferminze hinzugefügt. Danach werden die frischen Blaubeeren und Himbeeren mazeriert und anschließend wird ein letztes Mal destilliert.

In der Nase

Am Ladentisch hat Jens dann eine Flasche für mich geöffnet. Er entfernt den Holzkorken aus der Flasche und es verströmt sofort ein süßes, fruchtiges Bukett, das seinesgleichen sucht. Ich habe schon die ein oder andere Flasche in meinem Leben geöffnet. Aber das, was da in die Nase gelangt, ist einzigartig. Im bauchigen Glas entfaltet sich dieses fruchtig florale Feuerwerk in eine Explosion.

Am Gaumen

Ich bin begeistert und genieße den ersten kleinen Schluck. Im Mund setzt sich das Geschmackserlebnis fruchtig, floral und mit einer leichten Süße fort. Im Abgang nehme ich eine leichte Schärfe wahr, für die vermutlich der Ingwer und der Alkoholgehalt von 44 % verantwortlich ist.

Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs grübelte ich über den Blaubeergeschmack in meinem Mund nach. Die Nuancen erinnern mich irgendwie an meine Kindheit. Nicht das ich als Kind schon Alkohol getrunken hätte, aber diese Blaubeeren… irgendwoher kannte ich das.

Als Tonic empfiehlt Jens unter anderem einen Mediterranean Tonic, ich halte mich hier lieber an einen Indian Tonic, da für mich der Mediterranean viel vom eigentlichen Geschmack des Gins überlagert. Eine klare Empfehlung von mir ist der Doctor Polidori’s Dry Tonic.

Nach insgesamt einer Stunde Aufenthalt im Laden hatten wir alle nötigen Informationen ausgetauscht und es war für mich an der Zeit zu gehen. Vielen Dank an Jens für die kurzweilige Zeit, ich war bestimmt nicht das letzte Mal bei Euch.

Fazit

Eine weiteren Verkostung mit einigen Freunden am Abend bringt hier mein Fazit für dich. Kategorisieren lässt sich der Gin nicht, denn er ist einzigartig. Im nahen Umfeld würde ich den fruchtig, mit Beerenaromen fusionierten Brockmans sehen. Vom Geruch ein absolut geniales Bukett von frischen Beeren mit zusätzlichen floralen Noten, welche sich beim Geschmackstest im Mund weiter ausbreiten. Im Abgang und besonders nach dem Abgang fehlt mir allerdings noch das bleibende Erlebnis. Pur auf Eis eine klare Empfehlung, da hier die Wacholdernoten etwas stärker zur Geltung kommen. Für einen Gin&Tonic muss jeder seinen Favoriten erkunden, ich empfehle hier einen Indian Dry Tonic deiner Wahl.

Jens und Max, ihr habt hier einen wirklich außergewöhnlichen New Western Dry Gin, bei dem die Blaubeere klar im Vordergrund steht, kreiert. Von der Idee, über die Umsetzung bis hin zum fertigen Produkt mehr als überzeugend. Vielen Dank und mit euren Worten: Auf die Freundschaft!

Nachtrag:

Später, beim Gedanken sammeln für den Artikel auf der Couch, fiel mir dann auch endlich ein, woran mich der Blaubeergeschmack erinnert. Da gab es eine sehr berühmte Kaugummimarke in meiner Kindheit, mit der man große Blasen machen konnte. Das war es! Dieser Punkt ist auf keinen Fall als Kritik am Gin aufzufassen, aber der Zusammenhang ist für mich einfach vorhanden.

 

Hinweis:

 

Ich bin verpflichtet diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen (Telemediengesetz §6). Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich für diesen Blog und ermöglichen mir die Testberichte und Fotos!

Huckleberry-Gin

8.5

Gesamteindruck

8.5/10

Eigenschaften

  • Blaubeeren und Himbeeren
  • geniales fruchtiges Bukett
  • süß und florale Nuancen
  • Flasche im viktorianischen Stil

Alkoholgehalt

  • 44,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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