Schwarzstoff – Bro’s Gun

Heute verschlägt es mich in das schwäbische Streuobstparadies von Tübingen am Ufer des Neckars. Denn von dort kommt der peppige Bro’s Gun von Schwarzstoff. Willst du mehr erfahren?

Unter dem Label Schwarzstoff vertreibt Geschäftsführer Hans-Peter Schwarz mit seinen Gehilfen trendig Brände, Liköre und fruchtigen Most. Versehen mit coolen Namen, flotten Sprüchen und hippen Design will man weg vom langweiligen Image der klassischen Obstbrände und ein jüngeres Publikum erreichen.

Wer heutzutage Obstbrand destilliert, stellt natürlich auch einen Gin her. Aber ob der Bros’s Gun wirklich eine Waffe ist, werde ich dir gleich im Review verraten.

Aber vorher schaue ich erstmal kurz auf die Familiengeschichte von #herrnschwarz. Die Tradition alkoholische Getränke herzustellen geht bis auf seinen Urgroßvater, der 1853 in Owen/Teck zur Welt gekommen ist, zurück. Dieser war nicht nur Wirt, sondern produzierte schon damals Most und Schnäpse. Die Grundlage dafür bildete aber schon dessen Vater, der 1847 mit der Vermarktung von Streuobstprodukten begann. Die damals verwendete selbstkonstruierte Obstmühle ist übrigens heute noch im Freilichtmuseum Beuren im Landkreis Esslingen ausgestellt.

Gebrannt wird der Gin als Abfindungsbrand von Immanuel Gruel aus der Tecker Edelbrand-Brennerei in Owen. Dort ist man neben der Herstellung von Obstdestillaten auch auf schwäbischen Whisky spezialisiert.

Botanicals

Die Rezeptur des trendigen Bro’s Gun sollte in den Augen der Macher etwas ganz Besonderes werden. Neben klassischen Gin-Botanicals geben Himbeeren und Ingwer den nötigen Kick. Auf der Zutatenliste finde ich neben den zwei besagten Botanicals und dem klassischen Wacholder noch:

Flaschendesign

Wie bereits erwähnt treten die Produkte von Schwarzstoff peppig und farbenfroh auf. Dem Gin ist auf dem schwarzen Etikett ein leuchtendes blau zur Seite gestellt worden. Ein interessanter Effekt tritt durch das rückseitige Label auf, welches auf der Flaschenseite im selben blau bedruckt ist. Dadurch schimmert der Gin in dieser leuchtenden Farbe. Wirklich cool!

Neben dem Marken- und Gin-Namen ziert das vordere Etikett das Fadenkreuz einer Waffe, durch das man in das Innere der Flasche schauen kann. Genau zielen ist angesagt, denn man sieht nämlich einen bewaffneten Streuobstdieb vor einer Zielscheibe. Feuer frei!

Verschlossen ist die Flasche mit einem Kunststoffkorken. Er wird geziert vom Schwarzstoff-Logo.

In der Nase

Mit einem geschmeidigen Plopp öffne ich die Flasche und gieße mir etwas Gin in mein Glas. Sofort verströmt neben den klassischen Wacholderuancen ein fruchtiges Bouquet von den Himbeeren. Eine leichte Schärfe vom Ingwer und den rosa Pfefferkörnern steigt in die Nase. Anis- und Zitrusnoten runden das Zusammenspiel ab.

Beim Schwenken des Destillats laufen die Tropfen zäh zum Glasboden zurück. Dies lässt auf ein öliges Erzeugnis hoffen. Ich liebe es und bin gespannt.

Am Gaumen

Tatsächlich sehr mild, aber mit einer leichten Schärfe verteilt sich vordergründlich das Aroma von Anis am Gaumen. Der Wacholder steht dezent zur Seite. Ich nehme würzige Noten von Koriander und Zitrusfrüchten wahr. Der fruchtige Geschmack der Himbeeren ist auszumachen, könnte in meinen Augen aber stärker ausgeprägt sein.

Im Abgang ist der Gin angenehm warm und es ist eine leichte Schärfe vom Ingwer wahrzunehmen. Der Geschmack von Anis bleibt langanhaltend und frisch am Gaumen haften.

Perfekt serviert

Ich habe den Gin wie immer Pur und ohne Eis probiert. Hier steht für mich etwas zu viel Anis im Vordergrund.

Eiswürfel lassen hier zum Glück den Wacholder deutlicher in den Vordergrund treten. Auch die fruchtigen Noten der Himbeere kommen gefühlt etwas mehr zum Vorschein.

Einen guten Gin&Tonic zauberst du dir mit einem Tonic-Water mit Kräuternoten. Hier empfehle ich das Mediterranean Tonic von FeverTree, welches mit seinen dezenten mediterranen Zügen den Anis lastigen Gin perfekt unterstützt.

Mein Highlight ist allerdings ein Longdrink im Zusammenspiel mit dem Erba-Tonic Sirup von Andreas Schmid. Hierfür gibst du

  • 5cl Bro’s Gun
  • 3cl Erba Tonic Sirup
  • und 10cl Sodawasser

in ein hohes Longdrinkglas mit Eiswürfeln. Umrühren nicht vergessen. Garnieren kannst du den Drink tatsächlich mit Staudensellerie, einer Zitronenscheibe und ein paar roten Pfefferkörnern.

Das Zusammenspiel des Erba Tonic Sirups und den würzigen, leicht Anis lastigen Nuancen des Gins ergänzen sich in diesem Longdrink perfekt. Unbedingt ausprobieren. Cheers!

Fazit

Eine hippe und trendige Marke erschafft hier einen interessanten und peppigen Gin. Die Aufmachung von Uncle Willy, Uncle Buddy, Uncle Jerry und Siss Mercy sprechen definitiv jüngeres Publikum an. So auch der Bro’s Gun, der sich perfekt in die Schwarzstoff Liquid Family einreiht. Er ist als klassischer Dry Gin gekennzeichnet, geht meiner Meinung nach aber durch seine Anis- und Himbeernuancen ein bisschen in die Richtung New Western Style. Trotzdem ein hochwertiges Produkt mit einer coolen Story.

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Schwarzstoff Bro's Gun

8

Gesamteindruck

8.0/10

Eigenschaften

  • Wacholderbeeren
  • betont durch Anis
  • klassische Zitrusaromen

Alkoholgehalt

  • 40,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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