Stocker’s Clitoria Dry Gin

In meinem heutigen Review verschlägt es mich in den Landkreis Rosenheim in Bayern. Aus der Hofbrennerei von Christian Stocker in Tattenhausen stelle ich dir die Spezialversion des Stocker’s Tschin, den Clitoria Dry Gin vor.

Wer jetzt an etwas versautes denkt, hat zu viel blühende Phantasie. Wobei blühend trifft es ziemlich genau. Aber dazu später mehr.

Neben Obstbränden, Geisten und Likören ist Gin die Passion von Christian. Sein Stocker’s Tschin ist mehrfach prämiert. Die Schnapsbrennerei besteht übrigens bereits seit 1946 und wird inzwischen in der 3. Generation mit viel Leidenschaft und Liebe geführt. Verarbeitet wird dort überwiegend regionales Obst von den heimischen Streuobstwiesen. Die Edelbrände werden überwiegend im traditionellen Rau- und Feinbrandverfahren hergestellt. Seine Brennanlage wurde 2012 zusätzlich mit einer Verstärkerkolonne und einem Spülsystem modernisiert. Somit entstehen bei Christian qualitativ sehr hochwertige Destillate.

Den Gin produziert Christian nach der klassischen Machart des Dry Gins. An der Rezeptur arbeitete er über ein Jahr, bis er endgültig zufrieden war. Alle Botaniclas werden in für Gin typischen Agraralkohol aus Weizen in Bio-Qualität mazeriert.

Botanicals

Neben dem obligatorischen Wacholder finden noch weitere Botanicals den Weg in das Mazerat. Unter anderem:

Die zwei letzten Zutaten behält Christian aber als Geheimnis für sich. Das Mazerat wird anschließend in der Brennanlage destilliert und der Gin entsteht.

Aber woher kommt eigentlich die einzigartige Petrolfarbe des Gins? Hierfür komme ich noch mal zurück zur blühenden Phantasie…

Das Rätsel lässt sich aber recht schnell auflösen. Die bläulich schimmernde Farbe entsteht durch die anschließende Mazeration der Blüte der Schmetterlingserbse, der Clitoria Ternatea. Sie ist bekannt für ihre intensive blaue Farbe und wird im asiatischen Raum auch im blauen Zaubertee genossen.

Die Blüte kann aber noch viel mehr, denn sie verleiht dem Getränk einen überraschenden Verwandlungseffekt. Durch die Zugabe von säurehaltigen Getränken (Tonic besitzt ja einen hohen Säureanteil) ändert sie wie von Zauberhand ihre Farbe von blau nach Lila.

Da das Mazerat aus Gin und Blüte nicht noch mal destilliert wird, spricht man beim „Clitoria“ nur von einem Dry Gin.

Flaschendesign

Die zylindrische klassische Flasche für Spirituosen fasst 0,5l vom Premium Gin aus Tattenhausen. Verschlossen ist sie mit einem goldenen Schraubverschluss. Das Hellblaue Etikett wird von einem goldenen Rahmen umfasst. Der Schmetterling in der Mitte des Etiketts steht als Symbol für die Verwandlung des Gins und für die Blüte der Schmetterlingserbse, die diesen Gin so zauberhaft macht.

Das Etikett auf der Rückseite verweist auf die verwendeten Botanicals und die Anschrift der Brennerei.

In der Nase

Bei einem Schraubverschluss vermisse ich immer irgendwie den „Plopp“ beim Öffnen der Flasche. Dennoch ist der Verschluss sehr praktisch und ich gieße mir einen Schluck in mein Nosing-Glas.

Der erste Atemzug offenbart fruchtige Aromen, die von einem Hauch Zimt umschmeichelt werden. Der Wacholder versteckt sich dezent, ist aber deutlich wahrnehmbar. Die fruchtig-herben Nuancen müssen von der Schlehe und den Vogelbeeren stammen. Abgerundet werden sie von der feinen Note des Zitronengrases. Ich bin gespannt, wie der Gin mir schmeckt.

Am Gaumen

Der erste Schluck aus meinem Tasting-Glas bestätigt den dezenten Wacholdergeschmack. Auf der Zunge verteilt sich das Destillat angenehm ölig mit einer angenehmen Schärfe und es verbreiten sich fruchtige Aromen der Schlehe. Der Marzipanähnliche Geschmack verteilt sich mit den Nuancen von Lavendel und Koriander am Gaumen. Die Zimtnote rundet den Gesamteindruck positiv ab.

Im Abgang ist der Gin überraschend weich und geschmeidig und hinterlässt einen leicht brennenden, aber sehr frischen Nachhall.

Perfekt serviert

Den „Clitoria“ kann man durchaus pur oder auf Eis genießen. Letzteres macht ihn noch milder und hebt die Süße etwas hervor. Seinen Trumpf kann der Gin aber ganz klar im Gin&Tonic durch seinen Farbeffekt ausspielen.

Sowohl mit einem Indian Tonic, als auch mit dem Schweppes Premium Tonic Orange Blossom & Lavender entsteht ein erfrischender Longdrink mit dem ansprechendem Farbumschlag.

Fazit

Der „Clitoria“- Gin ist schon allein durch seine Farbe ein absoluter Hingucker. Der Farbumschlag bei der Zugabe eines Tonics geschieht wie durch Zauberhand und verblüfft ungemein.

Die Aromen von Zimt und Zitronengras, sowie das fruchtige herbe Bouquet der Schlehen ergeben mit einem spritzigen Tonicwater einen erfrischenden Longdrink der besonderen Art. Ein Hingucker auf jeder Party und an der Bar.

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Clitoria Dry Gin

8.5

Gesamteindruck

8.5/10

Eigenschaften

  • Clitoria Ternatea
  • dezenter Wacholder
  • Zimt und Zitronengras

Alkoholgehalt

  • 43,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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