Feinbrenner Simon’s Sauerkirsch Gin Amorella

In meinem heutigen Review entführe ich dich in eine kleine Destillatmanufaktur im bayerischen Vorspessart, genauer gesagt in den Kahlgrund bei Alzenau. Von dort nämlich kommt aus der Feinbrennerei Simon der außergewöhnliche Sauerkirsch Gin Amorella. 

Die Feinbrennerei auf dem Hof ist seit 1879 im Familienbetrieb. Schon der Urgroßvater Johann Simon destillierte dort schon von den eigenen Streuobstwiesen feinste Brände.

Heute stellt Severin in der kleinen Manufaktur unverwechselbare, authentische und hochwertige Destillate her. Besonderes Augenmerk legt er auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Neben Gin bietet er auch klassische Obstbrände, Liköre und Kräutergeiste an. Selbst Rum und Whiskey gehören zu seinem Sortiment.

Severin selbst war schon als kleiner Bub vom Virus des Destillierens befallen und verbrachte viel Zeit mit seinem Großvater in der Brennerei. Das Handwerk wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt. Von der Auswahl der Rohstoffe, über das Destillieren bis hin zur Fasslagerung der Brände geschieht in der Manufaktur alles in Handarbeit und mit der nötigen Liebe zur Tradition und dem faszinierenden Handwerk.

Obst von den heimischen Streuobstwiesen, beste Gerste aus eigenem Anbau und spannende Gewürze und Drogen aus aller Herren Ländern finden ihre Veredlung in seinen Brennkesseln.

Der Brennmeister selbst sagt dazu:

„Ich möchte die besten Destillate brennen, daher ist es klar, dass ich dafür nur die besten Zutaten verwende.“

Botanicals

In Severin Simons Sauerkirsch Gin Amorella finde ich neben Sauerkirschen und Wacholder noch folgende außergewöhnliche Botanicals:

Letzteres empfahl bereits Hildegard von Bingen in ihrem Buch Causa et Curae zur Behandlung von Lungenkrankheiten beziehungsweise bei diversen Atemwegserkrankungen.

Wieder einmal ist selbst historisch belegt, dass der Genuss eines feines Wacholderdestillats mehr als gesundheitsfördernd ist.

Flaschendesign

Der Sauerkirsch Gin Amorella kommt in einer schicken 350ml Klarglasflasche in zylindrischer Form daher. Das hochwertig gestaltete Etikett besteht aus geprägtem weißem Papier und trägt das markentypische Gesicht des Feinbrenners.

Der bärtige Mann mit dem Hut stellt übrigens Urgroßvater Johann dar, der zu seiner Zeit die Brennerei gründete. Was für ein liebvolles Detail.

Unter dem Konterfei steht der Name des Wacholderdestillats. Ebenfalls sind auf dem Etikett die per Richtline geforderte Inhaltsangabe, der Alkoholgehalt von 44% vol. und die Adresse der Brennerei angegeben.

Verschlossen ist die Flasche übrigens mit einem schwarzen Schraubverschluss und genau diesen öffne ich jetzt und gieße einen Schluck in mein Degustationsglas.

In der Nase

Direkt nach dem Eingießen verströmt aus dem Glas ein wunderbar süßliches Bouquet, welches stark an Marzipan erinnert. Dazu gesellen sich fruchtige Nuancen der Sauerkirsche und eine angenehm frische Zitrusnote der Zitronenmyrte. Richtig gut gefällt mir die unterschwellig würzige herbe Note vom Lorbeer.

Beim Schwenken des Destillats bilden sich am Glasrand leichte Schlieren und der Gin läuft ölig zäh zurück ins Glas. Ich liebe diese Eigenschaft.

Am Gaumen

Der erste Schluck bestätigt den ersten Eindruck aus der Nase. Der Gin vereint komplexe Geschmacksrichtungen. Zuerst finde ich die süßlichen Marzipannuancen, dann erscheint eine leichte Schärfe auf der Zunge und am Gaumen. Das dezente Bouquet der Zitronenmyrte verleiht dem Gin eine frische Note. Zu guter Letzt nehme ich die würzigen Komponenten von Wacholder und tatsächlich einen feinen Lorbeergeschmack wahr.

Der Abgang ist langanhaltend nach Amaretto-Kirschen und feinen Marzipannoten.

Perfekt serviert

Der Sauerkirsch Gin Amorella ist hervorragend Pur zu genießen. Ich würde eher bei Zimmertemperatur als auf Eis empfehlen. Ein wirklich außergewöhnlich fruchtig und florale Gin&Tonic Kreation zauberst du dir mit dem Thomas Henry Cherry Blossom Tonic. Als Garnitur eignet sich eine Scheibe Limette.

Der Absolute Kracher ist aber der Sauerkirsch Gin Amorella Cocktail mit Lorbeer.

Hierfür gibst du neben zwei Eiswürfeln:

  • 5cl Sauerkirsch Gin Amorella
  • 4cl Sauerkirschsaft
  • 2cl Zuckersirup
  • 2cl Zitronensaft

in einen Shaker und schüttelst alles schön schaumig. Hier gilt, je länger, desto besser.

Wenn du denkst, fertig zu sein, seihe alles in ein Cocktailglas und garniere den Drink mit einem Lorbeerblatt.

Fazit

Der Feinbrenner Severin Simon hat mit dem Sauerkirsch Gin Amorella mal etwas ganz anderes probiert. Extravagante Botanicals wie Zitronenmyrte, Berglorbeer und Lungenkraut geben dem Gin neben dem tollen Amaretto Kirschgeschmack feine würzige Nuancen, die es seinesgleichen sucht. Der Gin gefällt mir, sowohl Pur als auch im Sauerkirsch Lorbeer Cocktail. Meine Empfehlung, unbedingt ausprobieren!

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich ferner als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Sauerkirsch Gin Amorella

9.2

Gesamteindruck

9.2/10

Eigenschaften

  • dezenter Wacholder
  • feine Marzipannoten
  • Sauerkirschen
  • Berglorbeer

Alkoholgehalt

  • 44,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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