Feiner Kappler Dry Gin

Im heutigen Review geht es um den Feiner Kappler Gin aus dem Schwarzwald, genauer gesagt aus Kappelrodeck. Dort brennt Axel Baßler neben diversen Edelbränden auch seinen besagten Gin.

Aufgewachsen ist er sehr naturverbunden auf dem elterlichen Obst- und Bauernhof. Eine Anekdote aus der der Nachkriegszeit besagt, dass dort bei Bauarbeiten eine kupferne Destille gefunden wurde. Dies wurde als Zeichen erachtet und man beschloss, dass letzte Geld in einen Brennkessel zu investieren, um das eigene Obst Steuer und lizenzfrei zu Branntwein zu destillieren.

Axel selbst startete sein Berufsleben vorerst als Fachkraft in der Industrie mit gutem Einkommen und geregelten Arbeitszeiten. Kurzer Hand entschied er sich aber doch den landwirtschaftlichen Obst- und Weinbauhof seines Vaters in der vierten Generation mit Freude und Leidenschaft weiter zu führen. Eine gute Entscheidung. Neben unzähligen Weiterbildungen und Seminaren feilt er kontinuierlich an der Qualität seiner Produkte.

Inspiriert von den Naturschätzen der Schwarzwaldregion beschließt er nach den strengen Richtlinien des London Dry Gin einen Gin der Extraklasse zu entwickeln. Hierfür kann er neben seinem geballten Wissen, auch auf den Erfahrungsschatz seiner Ehefrau zurückgreifen. Sie ist hauptberuflich Apothekerin und beherrscht die Techniken der Mazeration und Destillation ebenfalls.

Zusammen sind sie die Apothekerin und der Brenner, die ihre Erfahrung und Kräfte bündeln.

Botanicals

In ersten Probedesillaten verwendeten sie neben der aromatischen Wacholderfrucht noch:

Hier vereinen sie traditionelle Zutaten mit floralen Noten. Die Kaffirlimette sorgt mit der aromatischen Frische für einen kräftigen Gegenpol. Aber ganz zufrieden waren Sie mit der Rezeptur noch nicht. Es fehlte ihnen noch die spezielle „Feiner Kappler Note“.

War es Zufall? Oder hat es was mit Magie zu tun, dass gerade bei der Findung der perfekten Rezeptur im August 2015 die gemeine Wegwarte zur Pflanze des Monats gekürt wurde?

Das Wurzeldestillat der leuchtend hellblauen Blume vervollständigte ihre Rezeptur und war somit das dreizehnte Botanical. Die gemeine Wegwarte ist übrigens auch als Heilpflanze bekannt und galt im Mittelalter schon als Zauberkraut. In der heilpflanzlichen Medizin gilt sie als anregend und blutreinigend. Unter dem Namen „Chicory“ taucht sie sogar in den Lehren von Edward Bach als „Bachblüte“ auf.

Am Ende der Destillation wird der feine Wacholderbrand mit weichem Quellwasser aus einer tiefgründigen Waldquelle auf eine Trinkstärke von 44% vol. Alkohol eingestellt und in kleinen Batches abgefüllt.

Flaschendesign

Die klassische zylinderförmige Flasche mit kurzem Hals ist mit einem schwarzen Holzkorken verschlossen und fasst 500ml feinen Gin. Als Zeichen der Wertschätzung an die gemeine Wegwarte schmückt ein stilisiertes Blütenblatt aus Filz den Flaschenhals des Gins. Das geprägte Papier des Etiketts ist in weiß mit schwarzer Schrift gehalten. Das Firmenlogo ist in der gleichen hellblauen Farbe aufgedruckt, wie das Filzband der Wegwarte. Stylisch und sehr ansprechend!

In der Nase

Den Holzkorken der Flasche öffne ich jetzt für dich und gieße mir einen Schluck in mein bauchiges Degustationsglas. Hier können sich die Aromen komplett entfalten.

Ein dezenter Hauch von Wacholder weicht schnell der dominierenden Kaffirlimette. Hui, davon ist reichlich vorhanden! Ich liebe dieses Aroma. Der Koriander versprüht hier nebenbei noch einen Hauch von Orange. Leicht florale Noten von den Blüten geben dem Duft der Kaffirlimette einen süßlichen Touch. Die Angelikawurzel verleiht dem Destillat ein erdiges alpines Bouquet, welches aber sehr gut harmoniert.

Am Gaumen

Im Mund verbreitet sich neben leichten Wacholdernoten sofort der dominierende Geschmack der Kaffirlimette, und zwar mit voller Wucht. Man hat das Gefühl, auf eine Zitrusfrucht gebissen zu haben. Daneben klingen auf der Zunge leichte Pfeffernoten an. Der Gin ist angenehm süß und weist eine leicht ölige Konsistenz auf. Wer mich kennt, weiß, dass ich diese Eigenschaft sehr schätze.

Der Koriander kommt diskret zum Vorschein und steht der Kaffirlimette dezent zur Seite. In der Mundhöhle entfalten sich die floralen Noten von Holunder und Lavendel. Der Abgang ist weich und langanhaltend. Der Geschmack der Kaffirlimette haftet am Gaumen und hinterlässt neben den blumigen Nuancen ein angenehmes frisches Gefühl.

Perfekt Serviert

Der Gin von Axel Baßler ist fast etwas zum pur Trinken! Auf Eis kommen Wacholder und Lavendel deutlich mehr zum Tragen. Durch das schmelzende Eis nimmt man ihm den doch recht hohen Alkoholgehalt von 44% vol. Er wird dadurch süßer und noch milder.

Für einen Gin&Tonic empfehle ich das Skinny Tonic von den DoubleDutch Zwillingen. Es ist weniger süß und harmoniert perfekt mit dem Feinen Kappler.

Eine Urlaubsmischung entsteht übrigens mit dem Mediterranean Tonic von Fever Tree und einer Scheibe Limette. Hier gesellen sich die Kräuternuancen des Tonics angenehm zur hervorstechenden Kaffirlimette des Gins.

Fazit

Die Kombination aus Wacholder, Kaffirlimettenblättern und den floralen Anteilen von Holunder und Lavendel verleihen dem Feinen Kappler ein ganz besonderes Bouquet. Das Zusammenspiel der verwendeten Botanicals erzeugt trotz der dominierenden Kaffirlimette, einen sehr harmonischen Eindruck in der Nase und am Gaumen.

Wer wie ich ein Fan der Kaffirlimette und auch einer leicht öligen Konsistenz ist, wird im Feinen Kappler seinen Lieblingsgin finden. Er ist ein Gin im New Western Style mit seiner eigenen Note. Mir gefällt er. Chapeau!

 

 

Hinweis:

Ich bin verpflichtet diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen (Telemediengesetz §6). Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir die Testberichte und Fotos!

Feiner Kappler Dry Gin

9.2

Gesamteindruck

9.2/10

Eigenschaften

  • Kaffirlimettenblätter
  • Süßlich und florale Noten
  • fruchtig

Alkoholgehalt

  • 44,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.