Fieldfare Diemel Dry Gin

Im heutigen Review entführe ich dich nach Hessen, genauer gesagt in den Norden von Hessen nach Liebenau-Ostheim zu den Diemelstrand Distillers. Dort wird nämlich der Fieldfare Diemel Dry Gin hergestellt.

Fieldfare ist übrigens der englische Begriff für Wacholderdrossel und Namensgeber für diesen Gin. Dieser findet sich auch auf dem Etikett wieder. Aber dazu später mehr. 

Der Fluss ist Meer.. und Fieldfare ist beides. Fluss, Landschaft und Meer. Alles in einem Gin vereint.

Umgeben von Mittelgebirgen und dem Flusslauf der Diemel entstand die Idee für einen ganz besonderen Gin. Was zunächst noch als Schnapsidee galt, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem regional und qualitätsorientierten Produkt aus gemeinschaftlicher Herstellung. Denn an diesem Destillat wirken Freunde und Familie mehrerer Generationen mit. Ein Mehrgenerationenprojekt also. 

Die Diemelstrand UG & Co. KG wurde nämlich erst im Jahr 2016 gegründet. Seither führen Kai Seidenhefter und Tobias Radler gemeinsam die Firma. Anfangs war das alles “nur” ein Hobby, denn zu Beginn wurde der Gin noch in einer Gartenlaube destilliert und in der Küche abgefüllt. 2017 wurde dann aber die Location gewechselt. Das noch jungfräuliche Unternehmen gestaltete die Alte Schmiede –  welche sich seit Generationen in Familienhand befindet – aufwendig zur Destillerie um. Neben der Destille befindet sich ein Bar- und Loungebereich, in dem auch Veranstaltungen und Tastings stattfinden. News zu Veranstaltungen findet ihr übrigens auf der Homepage oder der Facebook-Seite.

Der Gin bzw. die Idee zeichnet den Weg von der malerischen Landschaft des Diemeltals, den Flusslauf der Diemel entlang, bis zur Mündung im Meer. Denn jeder Fluss mündet zum krönenden Abschluss im Meer. Auf dieser Reise nimmt er die Botanicals, Gewürze und Aromen mit auf.

Regionale Wertschöpfung und Qualitätsbewusstsein stehen hier natürlich an oberster Stelle. Fernab von Massenfertigung und Kurzzeit-Trends entsteht in Handarbeit in der Alten Schmiede ein Destillat mit viel Liebe zum Detail. Pur, ungefiltert, in kleinen Chargen und von besonderer Qualität. Jede Flasche wird von den Machern per Hand abgefüllt, verkorkt, verkapselt und etikettiert. 

Als Basis verwendet man einen Agraralkohol. Genauer gesagt einen 96%igen Weizenalkohol. Nach dem Brennvorgang wird der Fieldfare Diemel Dry Gin mit entmineralisiertem Ostheimer Quellwasser dann auf Trinkstärke gebracht.  

Botanicals

Jetzt werfe ich aber noch schnell einen Blick auf die Zutatenliste. Neben dem selbst gesammelten Wacholder aus dem Diemeltal sind noch folgende Botanicals enthalten: 

Insgesamt sind 21 hochwertige Botanicals im Fieldfare Diemel Dry Gin verarbeitet und sorgen für ein kräftiges und feinkomplexes Aroma. 

Flaschendesign

Der Fieldfare Diemel Dry Gin kommt in einer grünen Flasche daher. Diese erinnert mich ein wenig an ein altes Medizinfläschchen. Auf der Frontseite des beigen Etiketts befindet sich eine Illustration der Wacholderdrossel, dem Namensgeber des Gins. Weitere Angaben zum Alkoholgehalt, Milliliter sowie Batch und Flaschennummer finden sich auch auf dem Etikett wieder. Die Flasche ist mit einem Naturkorken verschlossen, was mir sehr gut gefällt. Der Korken ergänzt das recht natürlich gehaltene Design perfekt. 

In der Nase

Jetzt bin aber wirklich gespannt wie der Gin riecht. Ich öffne den Korken nun für dich und gieße mir einen Schluck in mein Glen Cairn Degustationsglas. Natürlich lasse ich den Gin ein paar Minuten atmen, so dass sich das Bouquet voll entfalten kann. 

Zuerst nehme ich ganz klar den Wacholder mit seiner harzig trockenen Note wahr. Der typisch frische Duft von Zitrusschalen liegt ebenfalls in der Luft. Auf diesen folgen Kardamom, Nelke und Anis. Eine wahrliche Explosion der Aromen. Auch nehme ich Zimt und andere kräutrige Noten wahr, die ich aber aufgrund der Komplexität nur schwer differenzieren kann. Herrlich. Je öfter man am Fieldfare Diemel Dry Gin riecht, desto mehr Aromen strömen in die Nase. Echt Wahnsinn. 

Am Gaumen

Ich nehme endlich einen Schluck aus meinem Degustationsglas. Mein erster Eindruck ist: schwer, voller Aromen und sehr cremig, ja fast schon ölig. Man hat eine unglaubliche Aromenvielfalt im Mund. Florale, fruchtige und würzige Noten, die sich miteinander verbinden. Wacholder und Sanddorn, gefolgt von frischen Nuancen der Zitronen und Grapefruit. Auch im Abgang bleibt ein vielfältiges Bouquet an Aromen zurück.

Der Abgang ist lang und cremig. Leicht würzig, dennoch floral und frisch. Zum Schluss macht sich der Alkohol nochmal mit einer leicht prickelnden Schärfe bemerkbar. Der Alkohol ist hier allerdings wunderbar eingebunden. Das Destillat wirkt keinesfalls spritig.

Perfekt serviert

Für meinen Test als Gin&Tonic habe ich den Fieldfare Diemel Dry Gin natürlich mit viel Eis und einem Indian Tonic Water ausprobiert. Auf Eis und mit Tonic wird der Drink übrigens leicht milchig. Daran erkennt man nämlich, dass es sich um ein ungefiltertes Destillat handelt. Dies ist aber überhaupt nicht schlimm. Denn so bleiben die ätherischen Öle und andere Stoffe dem Destillat enthalten und tragen zum Geschmack bei. 

In der Kombination mit einem Indian Tonic erhält man einen klassischen Gin Tonic mit Wacholder- und Zitrusnoten. Zum Vergleich habe ich dem Fieldfare Diemel Dry Gin ein Mediterranean Tonic an die Seite gestellt. Dieses unterstreicht die erdigen, kräutrigen Aromen und hebt auch den fruchtigen Charakter des Gins hervor. Als Garnitur empfehle ich hier ganz klar eine Orangen- oder Grapefruitzeste. 

Auch in einem Negroni könnte ich mir den Fieldfare Diemel Dry Gin durchaus gut vorstellen. 

Fazit

Insgesamt ein ehrlicher, lokal und handwerklich einwandfrei hergestellter Gin, bei dem man die Liebe zum Brennen eindeutig spürt und schmeckt. Mir hat er wirklich gut gefallen und ich kann ihn besonders Wacholderfreunden ans Herz legen. Nicht nur diese kommen hier voll auf ihre Kosten, sondern auch Liebhaber floraler Gins und jene, die gerne mal etwas anderes ausprobieren.

Aber das ist alles wie immer Geschmacksache, also überzeuge dich doch am Besten selbst. 

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Fieldfare Diemel Dry Gin

9

Gesamteindruck

9.0/10

Eigenschaften

  • Wacholderbeeren
  • erfrischende Zitrusaromen
  • Kräuterlastig

Alkoholgehalt

  • 45,0 %

Veröffentlicht von Vanessa

Vanessa Schwan, geboren 1993 in Karlsruhe im schönen Baden-Württemberg. Neben Sport und gutem Essen gibt es eine weitere Leidenschaft in meinem Leben. Gin! Mit dem Ginvirus angesteckt hat mich mein Vater, als er mir eines Abends einen Gin Tonic einschenkte. Ich probierte und schon war es um mich geschehen. Der erste Gin in meiner Sammlung war übrigens der The Duke Gin aus München. Der zweite Gin war der Sipsmith Gin aus London. Zugegeben, den habe ich zu Anfang nur wegen des Schwans auf dem Etikett gekauft. Aber auch geschmacklich konnte er mich vollends überzeugen und so nahm das mit dem Gin und mir seinen Lauf. Zu Anfang teilten mein Vater und ich die Leidenschaft alleine. Inzwischen haben wir aber neben meiner Mutter auch meinen Freund und den halben Freundeskreis mit dem Virus infiziert.

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