Heimat-Gin

Heute darf ich aus der Heimat von den drei Freunden Marcel, Rouven und Raphael berichten. Sie sind zusammen die Macher des Heimat-Gins.

Der Begriff Heimat erlebt eine Renaissance als Gegenentwicklung zur Globalisierung und Internationalität. Das Wort Heimat ist für uns Deutsche ein gängiger Ausdruck. Aber wofür eigentlich? Weder im Englischen noch im Lateinischen gibt es dafür keine wirkliche eins-zu-eins Übersetzung. Das liegt wahrscheinlich aber auch daran, dass für jeden von uns Heimat etwas anderes bedeutet.

Dieses Thema bewegte Marcel, Rouven und Raphael, die bereits seit ihrer Kindheit beste Freunde sind schon lange. Eines war ihnen jedoch klar. Ihr Ziel war es, einen ehrlichen Gin mit dem HEIMAT-Geschmack in die Flasche zu bekommen

Ihr Gin ist ein klassischer Dry Gin, der von ihnen in liebevoller Handarbeit hergestellt und destilliert wird. Hauptaugenmerk setzen sie dabei auf heimische Kräuter von den eigenen Streuobstwiesen und Weinbergen. Bernhard Richter, der Vater von Rouven führt die familieneigene Brennerei in zweiter Generation. Die Brennkunst scheint ihm schon in die Wiege gelegt worden zu sein, denn bereits 1948 begann seine Mutter Lotte mit dem Brennen von Obst von den eigenen Obstwiesen.

Rouven, Schwiegersohn Raphael und Marcel halfen somit schon in der Kindheit auf den heimischen Streuobstwiesen beim Zusammenlesen von Äpfeln, Birnen oder Pflaume und setzten sich dadurch schon früh mit dem Thema der Destillation und der Herstellung von Bränden auseinander. Seit Mai 2017 produzieren die drei Jungs ihren Heimat Gin mit der Rezeptur, die den Geschmack der Heimat verkörpern soll.

Hergestellt wird der Gin traditionell in der holzbefeuerten Kupferdestille im Small-Batch Verfahren. Die ersten 50 Flaschen vom ersten Batch waren übrigens innerhalb von 24 Stunden ausverkauft. Sie sind von guter Handarbeit überzeugt. Vom Sammeln der frischen Botanicals bis hin zum Etikettieren und Beschriften der Flasche geschieht alles von Hand.

Botanicals

Neben Wacholder sind im Heimat-Gin noch weitere 17 Botanicals enthalten. Darunter findet sich unter anderem:

  • Wiesensalbei
  • Thymian
  • Spitzwegerich
  • Äpfel
  • Birnen
  • und rosa Pfeffer.

Flaschendesign

Die schwarz lackierte Steingutflasche kenne ich schon von anderen Wacholderdestillaten. Sie ist einfach ein Klassiker. Lichtundurchlässig schütz sie den kostbaren Inhalt. Das schlichte Etikett trägt den Namen und das Logo in schwarz-weiß und trägt ein paar wertvolle Informationen über den Gin selbst. Per Hand wird übrigens die Batch- und Flaschennummer vermerkt.

Verschlossen ist die Flasche mit einem Holzgriffkorken mit Kunststoffeinsatz. Das Logo des Heimat-Gins wird per Hand in jeden Korken eingebrannt und anschließend mit einer Schrumpfkapsel verschlossen.

Und genau diesen Holzkorken öffne ich jetzt mit einem „Plop“ und gieße mir einen Schluck in mein Degustationsglas ein.

In der Nase

Ein diskretes Wacholderaroma strömt aus dem Glas. Deutlich im Vordergrund stehen aber neben einer dezenten Pfeffernote, die frischen und fruchtigen Noten der heimischen Wiesen. Ich nehme deutlich die mediterranen Nuancen von Salbei und Thymian wahr. Auch das fruchtige Bouquet der Äpfel und Birnen kommt klar hervor.

Er riecht in Summe maskulin, also sehr würzig und kräftig. Er weist am Glasrand leichte Schlieren auf. Ich bin neugierig wie er schmeckt.

Am Gaumen

Das leichte Wacholderbouquet verteilt sich gepaart mit der Note vom rosa Pfeffer über die Zunge. Ich schmecke die wunderbaren mediterranen Wiesenkräuter und auch die fruchtigen Nuancen von Äpfeln und Birnen. Die Konsistenz ist leicht ölig. Der Pfeffer sorgt für eine wohlige Wärme mit einem leichten Brennen.

Herb und scharf im Geschmack und dennoch im Abgang angenehm weich durch die floralen Anteile.

Perfekt serviert

Ich empfehle den Heimat Gin am ehesten pur. Eis nimmt ihm etwas die Schärfe und stellt die mediterranen Kräuter etwas in den Vordergrund.

Wer ihn als Gin & Tonic genießen mag kann entweder auf einen Indian Tonic oder einen Mediterranean Tonic zurückgreifen. Ein absoluter Geheimtipp ist hier das Aqua Monaco Organic Herbal Tonic. Als Einlage eignen sich Nadeln von Rosmarin und ein paar rote Pfefferkörner.

Da aber wie immer alles reine Geschmackssache ist, heißt es Ausprobieren!

Fazit

Hinter der liebevollen Handarbeit der drei Jungs versteckt sich ein dezentes Wacholderbouquet gepaart mit interessanten mediterranen Kräuternoten und fruchtigen Nuancen von reifem Obst.

Ein edler Gin mit einem feinen Kräuterbouquet aus der Heimat. Er ist wahrlich keine Wacholderbombe, aber dennoch ein sehr runder und ausgewogener Dry-Gin. Mir gefällt er!

Sebastian(ginvasion) und Marcel(Heimat-Gin) auf der 089Spirit in München

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir somit die Testberichte und Fotos!

Heimat-Gin

8.4

Gesamteindruck

8.4/10

Eigenschaften

  • komplexe Kräuternoten
  • dezenter Wacholder
  • rosa Pfeffer

Alkoholgehalt

  • 43,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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