Hendrick’s Gin

Der Hendrick's Gin im Review auf ginvasion.de

Auf den Spuren der Marke Hendrick’s verschlägt es mich in die beschauliche Küstenstadt Girvan nach Schottland. Dort beginnt nämlich bereits Ende des 20. Jahrhunderts die Geschichte des Hendrick’s Gin. Wie er hergestellt wird, wie er schmeckt und was ihn so besonders macht, erfährst du wenn du weiterliest.

Der Hendrick‘s Gin gilt als Mitbegründer der Gin-Renaissance und ist weltweit einer der führenden Premium Gins. Er wird heute in der 5. Generation in der William Grant & Sons Brennerei im „Gin Palace“ hergestellt.

Dem geneigten Leser ist vielleicht der Aufdruck „Est. 1886“ auf dem Etikett des Hendrick’s Gin aufgefallen. Das Jahr 1886 hat allerdings auf den ersten Blick nichts mit dem Gin selbst zu tun, sondern zielt auf den Grundstein für das Unternehmen von William Grant ab, der in dieser Zeit nämlich seine Whisky-Brennerei gründete.

Die eigentliche Rezeptur für den Hendrick’s Gin entstand im Jahr 1999 unter der Federführung von der Master-Distillerin Lesley Gracie. Inspiriert wurde sie dabei von der britischen Vorstellung einen Gin&Tonic in einem gepflegten Rosengärtchen zu trinken und dabei in ein typisch englisches Gurkensandwich zu beißen. Die Idee war geboren, einen traditionellen Gin zu kreieren und ihn mit einer Essenz aus Rosen und Salatgurken zu verfeinern.

Botanicals

Der Hendrick’s Gin wird aus elf erlesenen Pflanzenstoffen hergestellt und nach der Destillation mit der besagten Essenz aus Rosenblüten und Salatgurken verfeinert. Auf der Zutatenliste finde ich neben Wacholder noch

Für die Herstellung verwendet die Master Distillerin zwei Arten von Destillierapparaten. Zum einen die traditionelle “Bennet” Kupferdestille und zum anderen den eher selteneren “Carterhead” Brennkessel.

Das Destillat aus der Bennet Still wird im traditionellen Mazerationsverfahren hergestellt und weist den typisch schweren, leicht öligen Charakter mit intensiver Wacholdernote auf. Das Destillat aus dem Carterhead Brennkessel hingegen entsteht durch die Dampfinfusionsmethode, bei der die Botanicals in einem Kupferkorb in den Alkoholdampf gehangen werden. Es weist deutlich süßere und blumigere Aromen auf und unterscheidet sich trotz der gleichen Botanicals deutlich vom Destillat aus der Bennet Still.

Im Resultat werden beide Herzstücke ungefähr in gleichen Teilen miteinander verschnitten und mit einer Essenz aus Damaszener Rosen und Gurken verfeinert.

Flaschendesign

Die schwere schwarze Flasche mit dem weißen rautenförmigen Etikett ist das Aushängeschild der Marke. Durch den kurzen Hals und die zylindrische Form wirkt die Flasche sehr kompakt und leicht untersetzt, besitzt aber einen hohen Widererkennungswert.

Das Etikett wird durch den schwarzen Schriftzug Hendrick’s Gin geprägt, welcher durch filigrane Goldapplikationen unterstützt wird. Ein kleiner Satz unter dem Markennamen verrät die Herstellung in Schottland. Im unteren Bereich des Etiketts ist der Alkoholgehalt von 44% vol. und die Füllmenge von 70cl angegeben.

Der Hendrick's Gin im Review auf ginvasion.de - Flaschendesign 1

Auf der Rückseite erfährt der Leser über die verwendeten Botanicals und über die unerwartete Infusion mit Rosen und Gurken.

Verschlossen ist die Flasche mit einem schwarzen Kunststoffkorken mit einem Einsatz aus Naturkork. In Summe ein mehr als gelungenes Design, welches definitiv ins Auge springt und im Gedächtnis bleibt.

In der Nase

Beim Hendrick‘s Gin denkt man unweigerlich zuerst an Gurke, aber genau diese Gurke ist überraschenderweise in der Nase zunächst einmal gar nicht präsent. Nach dem ersten Atemzug erhasche ich zunächst ein frisches Zitronenaroma, eingebettet in einem blumigen Bouquet, gefolgt von Koriander und Wacholder.

Der Gin wirkt sanft und blumig-frisch, die Rosenessenzen liegen sanft über den 44% Alkohol, die jedoch kaum zu erahnen sind. Die Gurke ist dann aber doch noch im Nachhall dezent im Hintergrund auszumachen.

Am Gaumen

In Vorfreude schwenke ich langsam das Glas in kreisenden Bewegungen und beobachte, wie das Destillat in öligen Tropfen langsam zum Glasboden zurück kriecht. Im Geschmack setzt sich der sanfte und milde Eindruck fort. Der Gin kommt rund und ausgeglichen daher.

Zunächst steht eine milde Wacholdernote, die schon nach einem kurzen Augenblick einer leicht süßlichen Zitrus-Komponente Platz einräumt. Fast zeitgleich kommen die Rosenessenzen zum Vorschein. Deutlich, aber ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Der florale Geschmack setzt sich nun durch. Im Abgang gesellen sich sehr sanfte Pfeffernoten hinzu, die dem zurückhaltenden Gurkenaroma Raum genug lassen sich im Abgang zu entfalten. Der Alkoholgehalt von 44 Prozent sorgt für eine feinstrukturierte Intensität und einen runden Gesamteindruck des Hendrick‘s.

Perfekt serviert

Ich persönlich finde den Hendricks pur genossen eher durchschnittlich. Aber als Gin&Tonic funktioniert der Hendrick‘s Gin jedoch hervorragend und bestätigt im perfekten Mischungsverhältnis, warum eigentlich jeder Gin Trinker den Hendricks Gin kennt oder zumindest von ihm gehört hat.

Aufgrund der eher sanften und floralen Noten sind hier typische Dry Tonics eine sehr gute Wahl. Mit einem klassischen Schweppes Dry Tonic Water vereinen sich Aromen des Tonics und des Gins eindrucksvoll und nachhaltend. Wer den Akzent vollends auf das Gurkenaroma legen möchte, der darf auf das Dr. Polidori Cucumber Tonic Water zurückgreifen. Hier ergibt sich ein toller Gin&Tonic.

Der Hendrick's Gin im Review auf ginvasion.de - Flaschendesign 2

Und in diesen Gin darf sie dann auch tatsächlich als Garnitur hinein: die Scheibe Gurke ist beim Hendricks Gin in Kombination mit allen Tonics eigentlich ein „Muss“, um das zarte Gurkenaroma zu betonen.

Fazit

Der Hendricks polarisiert und spaltet Ginthusiasten in zwei Lager. Ich selber habe den Hendricks gerne im Regal und musste ihn bereits mehrmals auffüllen. Schon die Flasche kommt stilvoll und in der Optik einer traditionellen Apothekerflasche daher. Im Geschmack halten sich Wacholder- und Zitrusaromen die Waage und vereinen sich zu einem sehr runden Geschmacksbild. Der Gin ist äußerst sanft im Geschmack und kann mit einem leichten Rosen- und einem ungewöhnlichen Gurkenaroma punkten.

Der Gin weiß insbesondere als Gin&Tonic mit der einzigartigen Kombination mit Gurke zu überzeugen. Alles in allem ist der Hendrick’s Gin in die „Klassiker“-Kategorie einzuordnen und sollte nach meiner Meinung in keinem heimischen Gin Regal fehlen.

 

 

Den Hendrick’s Gin findest du übrigens hier bei unserem Partner Wacholderexpress.de

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich ferner als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Hendrick's Gin

9

Gesamteindruck

9.0/10

Eigenschaften

  • dezente Wacholdernuancen
  • Essenz von Rosen und Gurke
  • floral und frisch

Alkoholgehalt

  • 44,0%

Veröffentlicht von Bernd

Bernd Huntemann, geboren 1974 in Bremen, verheiratet, zwei Kinder, Wohnhaft in Hermannsburg, mitten in der Lüneburger Heide und durch Zufall über einen Freund zum Gin gekommen. Mit dem ersten Gin-Coktail (Gin Basil Smash) nach dem Grillen mit dem Gin-Fieber infiziert. Nach dem ersten eigenen Gin (Mombasa Club Gin) vollständig dem leckersten aller Destillate verfallen und danach weitere Freunde für Gin begeistert.

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