Irving Gin

‏Heute stelle ich dir den Irving Gin vor. Irving bedeutet übersetzt übrigens so viel wie Eberwein – Freund des Ebers. Namensgeber des Gins war aber der Nachname von einem der Gründer und die “Eberesche” – dazu später mehr.  

Jetzt erzähle ich dir aber noch ein bisschen was zur Geschichte und Entstehung des Irving Gins. 

Die drei Freunde Philipp Eberwein de Bruijn, Maximilian Henrichs und Tim Häntschel stellen ihn mit viel Liebe und Herzblut in Bad Homburg im Taunus noch mit viel Handarbeit her. Seit dem 17.07.2017 gibt es den Irving Gin überhaupt erst. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht einen ganz besonderen Gin zu kreieren. Dieser soll sowohl in seiner Geschmackskomplexität, sowie der Qualität der Herstellung und natürlich auch optisch überzeugen.

“Regionalität, Tradition und Stil sind für uns Überzeugung und Maxime zugleich.”

Daher setzen sie auch überwiegend auf regionale und ausschließlich hochwertige Produkte. 

Als Basis wird ein 5-fach destillierter premium Kornbrand genutzt. Die eigens entwickelte Herstellungsweise und speziell ausgewählten Getreidearten bilden hier die Geschmacksbasis des Irving Gins. 

Auch beim Irving Gin werden die Botanicals vorher in Alkohol mazeriert. Allerdings ist hier die Besonderheit, dass zwei separate Fässer angesetzt werden. In ein Fass kommen jeweils die trockenen Botanicals und in das andere Fass die Beeren, wie z.B. Brombeere, Weintraube, Vogelbeere. Das Mazerieren dauert etwa 48 Stunden. In der Zeit gelangen die Aromastoffe in den Alkohol. Bevor das Mazerat in die Brennblase gegeben wird, wird das Mazerat gesiebt, so dass keine Kerne oder Schalen in die Destille gelangen. So möchte man einen Fehlgeschmack verhindern. 

Nun werden die Mazerate in eine Kupferbrennblase gegeben und vermählt. Als nächstes wird ein Aromakorb über das Mazerat gehängt und mit frischen Botanicals wie Zitronenschale, Orangenblüten und deren Schale sowie Lavendelblüte, befüllt. Während des Brennvorgangs zieht dann der Dampf durch den Aromakorb hindurch und nimmt so die Geschmacksnoten der Botanicals auf. Langsames Erhitzen, ein sorgfältiges Abtrennen des Vor-und Nachlaufs und die sechsfache Destillation geben dem Irving Gin seinen ausgewogenen und weichen Geschmack. 

Das Destillat ruht anschließend für 4 Wochen. Danach wird der Gin mit weichem Quellwasser auf 44,4% Trinkstärke gebracht und von Hand abgefüllt. 

Botanicals

Im Irving Gin sind gleich 16 handverlesene Botanicals enthalten. Die Botanicals sind zum Großteil aus regionalem Anbau und natürlich vom höchster Qualität. Jetzt werfe ich aber noch schnell einen Blick auf die Zutatenliste:

Die restlichen Botanicals bleiben ein Geheimnis. Die Vogelbeere (Eberesche) galt übrigens als Heilkraut der Kelten und Germanen. 

Flaschendesign

Der Irving Gin kommt in einer auffälligen mattschwarzen 500ml Flasche daher. Diese soll an den Taunusschiefer erinnern. 

Auf der Flasche prangt unverkennbar in Gold ein Eberkopf. Dieser stammt aus dem Familienwappen von Philipp Eberwein de Bruijn. Darüber steht die Zahl 30 und eine Krone. Außerdem zieren diverse Botaniclas in gold und weiß die Flasche. Diese sind mit einem goldenen Rahmen umrahmt. Die Trauben stehen hier übrigens für das Frankenland, der Heimat von Tim Häntschel. In weißer Schrift prangt der Schriftzug Irving auf der Flasche. Darunter steht in Gold “Real London Dry Gin”. Ebenfalls in gold befindet sich der Alkoholgehalt und die Abfüllmenge auf der Flasche. 

Als Verschluss dient ein Kunststoffkorken mit schwarzem Holzverschluss. Dieser ist wiederum mit einem Bügel verschlossen. Die Idee ihren Gin mit einem Bügel zu verschließen kam den drei per Zufall. Auf einem Flohmarkt entdeckten sie ein Bild einer alten Ginflasche, welche mit einem Bügel verschlossen war. Übrigens ist der Bügelverschluss einer der ältesten Verschlüsse der Welt und stammt aus der Schifffahrt. Der Gin soll dadurch kein Aroma verlieren. Auf der Rückseite stehen diverse Informationen zum Gin in Deutsch und Englisch. 

Um die Flasche befindet sich ein Etikett. Auf diesem steht die Batch- und Flaschennummer. Ich habe übrigens Batch 9, Flasche 281. 

Jetzt bin ich aber wirklich gespannt wie der Gin riecht und schmeckt. 

In der Nase

Ich öffne jetzt also den schönen Bügelverschluss und den Korken für dich. Die Sache mit dem Bügelverschluss gestaltet sich zugegeben zu Anfang etwas schwierig. Geschafft! Ich gieße mir einen Schluck in mein Glen Cairn Degustationsglas. Ich schwenke mein Glas und sofort bilden sich ölige Schlieren, die ganz langsam zum Glasboden zurückfließen. Herrlich, genau so liebe ich das. 

Sofort verströmt ein angenehmer Geruch von Wacholder. Hinzu gesellt sich eine frische Süße von Trauben und Beeren. Auch Zitrusaromen sind deutlich wahrzunehmen. Der Lavendel versteckt sich dezent im Hintergrund.. jetzt bin ich aber wirklich gespannt wie der Gin schmeckt. 

Am Gaumen

Der Gin breitet sich mit einer öligen Viskosität in meinem Mundraum aus. Wie auch schon beim Nosing schmecke ich zuerst den Wacholder gefolgt von den typischen Zitrusnoten. Im Nachhall macht sich eine angenehm frische Süße von Beeren und Trauben in meinem Gaumen breit. Auch Noten von Lavendel und Zimt sind zu schmecken. Koriander ist ebenfalls wahrzunehmen. 

Zusammengefasst: Wacholder, kräutrig, fruchtig und floral! Eine Geschmacksexplosion am Gaumen. Einfach unglaublich lecker. Die Aromen bleiben langanhaltend im Mundraum zurück.

Perfekt serviert

Für meine Verkostung habe ich den Irving Gin mit viel Eis und verschiedenen Sorten Tonic Water getestet. Mit dem Fentimans Indian Tonic und dem Thomas Henry Tonic Water macht man hier absolut keinen Fehler. Auch mit einem Mediterranean Tonic Water funktioniert der Irving Gin. Als Garnitur empfehle ich eine Orangenzeste und frische Beeren. Aber auch halbierte Kumquats passen als Garnitur. 

Fazit

Mich überzeugt der Irving Gin absolut. Ein hochwertiger und komplexer Gin, der seine Wurzeln nicht leugnet. Geschmacklich ein klassischer London Dry Gin mit den typisch prägnanten Wacholdernoten. Die fruchtigen Komponenten runden den wunderbaren Geschmack des Irving Gins perfekt ab. Der Alkohol ist hier super eingebunden, der Gin ist weder scharf noch spritig. Dies lässt sich auf die insgesamt sechsfache Destillation zurückführen. Die Aromen sind gut aufeinander abgestimmt – hier merkt man die Liebe zum Detail und die persönliche Note. Eine klare Kaufempfehlung meinerseits. Aber hier gilt wie immer: Geschmacksache, also probiere ihn doch am besten selbst! 

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Irving Real London Dry Gin

9.3

Gesamteindruck

9.3/10

Eigenschaften

  • Wacholderbeeren
  • fruchtig und floral
  • komplexe Kräuternoten

Alkoholgehalt

  • 44,0 %

Veröffentlicht von Vanessa

Vanessa Schwan, geboren 1993 in Karlsruhe im schönen Baden-Württemberg. Neben Sport und gutem Essen gibt es eine weitere Leidenschaft in meinem Leben. Gin! Mit dem Ginvirus angesteckt hat mich mein Vater, als er mir eines Abends einen Gin Tonic einschenkte. Ich probierte und schon war es um mich geschehen. Der erste Gin in meiner Sammlung war übrigens der The Duke Gin aus München. Der zweite Gin war der Sipsmith Gin aus London. Zugegeben, den habe ich zu Anfang nur wegen des Schwans auf dem Etikett gekauft. Aber auch geschmacklich konnte er mich vollends überzeugen und so nahm das mit dem Gin und mir seinen Lauf. Zu Anfang teilten mein Vater und ich die Leidenschaft alleine. Inzwischen haben wir aber neben meiner Mutter auch meinen Freund und den halben Freundeskreis mit dem Virus infiziert.

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