Misty Isle Gin

Der Misty Isle Gin im Review auf ginvasion.de

Einen Katzensprung von der Westküste Schottlands entfernt liegt die wunderschöne Insel Isle of Skye oder auch nur Skye genannt. Sie gehört zu den Inneren Hebriden Schottlands und ist deren größte Insel. Eine Landschaft wie in einem verwunschenen schottischen Märchen. Aus dem Boden ragende Felsen gleich erstarrten Trollen, märchenhafte Bäche und Wasserfälle ziehen sich durch die karge Landschaft und verleihen der Insel einen unverwechselbaren Charakter. Wer hier schon einmal einen tiefen Atemzug genommen hat, den Blick über die Berge hat schweifen lassen und einen Fußabdruck im weichen Moos der Nebelinsel (so wird die Isle of Skye nämlich auch genannt) hinterlassen hat, fühlt sich wie in einer verzauberten Welt. Und diesen Zauber der Isle of Skye in einer Flasche zu erfassen ist keine leichte Aufgabe, aber die Isle of Skye Distillers haben mit dem Misty Isle Gin den Versuch gewagt. Und ob der gelungen ist, erzähl ich dir heute in unserem Review.

Die Brüder Thomas und Alistair Wilson beschlossen 2017 ihren Traum von der Gründung der ersten Gin-Destillerie auf ihrer Heimatinsel Skye zu verwirklichen und so wurde der Misty Isle Gin der erste Gin, der auf der Isle of Skye von den Wilson Brüdern destilliert wurde. Und zwar in ihrer Brennerei hinter dem Haus, in dem sie aufgewachsen sind. Vom faszinierenden Flaschendesign bis zum Gin-Rezept ließen sie sich von den wunderschönen Landstrichen und zugleich dramatischen Meeres- und Seenlandschaft der Insel inspirieren.

Isle of Skye Distillery

Thomas und Alistair Wilson wollten sicherstellen, dass ihr Gin den wahren Geist der Insel, auf der sie aufgewachsen waren, einfängt. Die Isle of Skye Distillery selbst befindet sich in der Inselhauptstadt Portree. In ihrer Destillerie nutzen die Wilsons zwei traditionelle Kupferbrennkessel. Die gesamte Herstellung, von der Destillation, über die Abfüllung bis zur Etikettierung erfolgen alle Herstellungsschritte in Handarbeit in der Brennerei.

Ebenfalls in Portree sind der eigene Verkaufsladen und die eigene Gin-Schule der Isle of Skye Distillers ansässig. Der Shop bietet eine Vielzahl von Spirituosen, einschließlich des Hauseigenen Misty Isle Gin und des Tommys Gins. Die Gin-Schule befindet sich auf der Rückseite des Geschäftes und bietet Besuchern die Möglichkeit, unter den wachsamen Augen von Thomas oder Alistair Wilson einen personalisierten Isle of Skye Gin zu destillieren.

Botanicals

Die verwendeten Botanicals im Misty Isle Gin sind ziemlich traditionell, mit Ausnahme einer geheimen Zutat, die von den Brüdern streng geheim gehalten wird. Lediglich die Tatsache, dass dieses Botanical nur auf Skye gefunden werden kann, lassen sie sich entlocken.

Im Gin sind folgende Zutaten enthalten:

Auf Trinkstärke wird der Misty Isle Gin übrigens mit Wasser aus dem Loch Storr gebracht.

Flaschendesign

Der Ursprungsgedanke und Regionalität sind den Brüdern Wilson sehr wichtig, ebenso das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Beim Design der Flasche, haben sie sich von der bergigen Landschaft und dem turbulenten Meer der Nebelinsel, insbesondere dem Old Man of Storr und dem Cullin-Gebirge, inspirieren lassen.

Die Flaschenform ist grundsätzlich klassisch, aber am oberen Rand verläuft der Flaschenhals spiralförmig nach außen. Auf jeden Fall ein Hingucker, den ich so noch bei keiner anderen Flasche gesehen habe. Wer schon einmal auf der Isle of Skye war und die Fairy Glen, die Feengärten, besucht hat, erkennt etwas von den welligen Landschichten in der Art und Weise, wie die Glasflasche schwungvoll knapp unter dem Hals geschnitten ist.

Das weiße Etikett ist am oberen Rand wie ein Gebirge geschnitten, das von den fast allgegenwärtigen Wolken auf der Insel durchzogen ist. In dunkler Schrift steht groß Misty Isle Gin auf dem Etikett. Am linken Rand sind handschriftlich Batch- und Flaschennummer aufgetragen. Im unteren Drittel des Etiketts ist ein Kupferfolienelement aufgebracht, das zum einen stilvoll aussieht und zu anderen noch eine kleine Anspielung der Hersteller auf ihre Kupferbrennblasen ist. Auch auf dem Kupferlabel ist im Hintergrund das typische Gebirgsprofil zu sehen, das bereits den oberen Rand ziert. Ansonsten sind auf dem Kupferlabel die Füllmenge von 700ml und der Alkoholgehalt von 41,5 % angegeben und die beiden Brüder Thomas und Alistair Wilson haben sich handschriftlich verewigt.

Verschlossen ist die Flasche mit einem Holzdeckel mit Kunstkorken. Der Verschluss ist noch mit einer dunklen Banderole versehen, die oben auf dem Deckel eine kupferne Brennblase zeigt, die eine Schattenzeichnung der Isle of Skye enthält.

In der Nase

Ich öffne die Flasche, schenke mir eine Probe in mein Degustationsglas und lasse dem Gin etwas Zeit. Der Wacholder ist unverkennbar in der Nase. Herrlich und dominant schwingt sich das Wacholderaroma aus dem Glas. Im Hintergrund schwebt eine sanfte, aber unverwechselbare Zitrusnote mit, die darauf wartet, sich entfalten zu können.

Begleitet wird das Ganze durch ein präsentes, aber nicht überlagerndes Zimtaroma. Ganz zum Schluss kann man noch leicht den Pfeffer wahrnehmen, der das Aroma abrundet. Insgesamt bildet das Ganze ein harmonisches Gesamtbild, das trotz allem aber überraschend süßlich riecht.

Am Gaumen

Beim ersten Schluck gibt sich der Misty Isle Gin ebenfalls zunächst süßlich. Zuerst übernimmt zwar deutlich der Wacholder das Zepter, wird aber gleich von einer leichten Zitrusnote begleitet. Von Anfang an schmeichelt sich jedoch harmonisch die angenehme, leicht süßliche Note des Zimts, welcher bereits im Geruch präsent war, um die frischen Aromen. Ein feiner Hauch Pfeffer sorgt für einen sanften, würzigen Unterton, der bis zum Abgang hält.

Auf Eis schmeckt man den Zimt und den Wacholder noch etwas stärker, aber auch hier begleitet das Aroma der Zitrusfrüchte schön die Hauptakteure. Der Abgang bleibt sanft und leicht würzig. Insgesamt bleibt aber eher ein frischer, aber stets süßlicher Eindruck.

Perfekt serviert

Ich übernehme die Empfehlung der beiden Wilson Brüder und trinke den Misty Isle mit einem Fever Tree Tonic Water und einer Orangenzeste. Durch die Kombination mit dem Tonic Water werden die Botanicals schön unterstützt und du erhältst einen großartigen Allrounder mit einem harmonischen Gesamtbild.

Auch mit einem Thomas Henry funktioniert der Misty Isle Gin wunderbar, hier werden die Zitrusaromen mehr betont, jedoch ohne die süßliche Note komplett zu überlagern.

Cocktail-Tipp: “The Misty Morning”
  • 5 cl Drambuie (schottischer Likör)
  • 5 cl Misty Isle Gin
  • 2,5 cl White Creme de Cacao
  • 5 cl Grapefruitsaft
  • 3 Spritzer Peychaud’s bitter

Fazit

Der schottische Gin Misty Isle ist im Grunde ein klassischer London Dry Gin. Der Gin punktet mit der leichten süßen Note des Zimtes, welche aber in Verbindung mit dem Wacholder und der nur hintergründigen Zitrusnote trotzdem ein frisches Flair verbreitet. Zugleich sorgt der hintergründig würzige Charakter des Pfeffers für einen tollen Kontrast. Insgesamt wirken die Zusammenstellung und das Zusammenspiel aller Aromen auf mich sehr stimmig und sehr ausgewogen. Für mich ist der Versuch gelungen, mit dem Misty Isle Gin den Zauber der Isle of Skye einzufangen.

 

Den Misty Isle Gin findest du übrigens im Onlineshop bei unserem Partner Intra Wine and Spirits

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample von Intra Wine and Spirits kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Misty Isle Gin

8.7

Gesamteindruck

8.7/10

Eigenschaften

  • typische Wacholdernote
  • erfrischende Zitrusaromen
  • Pfefferaromen

Alkoholgehalt

  • 41,5%

Veröffentlicht von Bernd

Bernd Huntemann, geboren 1974 in Bremen, verheiratet, zwei Kinder, Wohnhaft in Hermannsburg, mitten in der Lüneburger Heide und durch Zufall über einen Freund zum Gin gekommen. Mit dem ersten Gin-Coktail (Gin Basil Smash) nach dem Grillen mit dem Gin-Fieber infiziert. Nach dem ersten eigenen Gin (Mombasa Club Gin) vollständig dem leckersten aller Destillate verfallen und danach weitere Freunde für Gin begeistert.

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