Sipsmith London Dry Gin

In meinem Review stelle ich dir heute den Sipsmith London Dry Gin vor. Und wenn man hier von London spricht hat das seine absolute Berechtigung. Der Sipsmith wird nämlich tatsächlich in der Hauptstadt von Großbritannien hergestellt.

Übersetzt man Sipsmith wörtlich aus dem Englischen, heißt es Schluckschmied, also des Schluckes Schmied. Lass dich von der Geschichte dieses Gins überraschen.

Die zwei Freunde Fairfax und Sam gründeten bereits 2009 die erste traditionelle Kupferbrennerei in London seit dem Jahre 1820. Im sehr bürokratischen England war das gar nicht so einfach, weil seit fast 200 Jahren niemand mehr einer gewerblichen Brennerei eine Erlaubnis erteilt hatte.

Als sie diese Hürde genommen hatten, war ihre Mission recht einfach. Ein London Dry Gin von kompromissloser Qualität mit einem geradlinigen Charakter. Und das alles zurück in die Stadt, die den Gin maßgeblich geprägt hat. London!

Die Brennerei

Im Stadtteil Hammersmith begann also diese Geschichte in einer kleinen Garage. „Prudence“ hieß ihre erste Kupfer-Destille. Nach den Vorgaben der Sipsmith-Gründer wurde sie vom deutschen Hersteller Christian Carl angefertigt. Dessen Unternehmen stellt übrigens seit 1869 kupferne Brennanlagen her.

Seitdem wird jede Flasche Sipsmith in kleinen Chargen in reiner Handarbeit hergestellt.

Bereits nach vier Jahren bekam „Prudence“ eine Schwester Namens „Patience“. Diese wurde Anfangs nur als Mazerationsbehälter verwendet. Beim Umzug an den noch heutigen gültigen Standort nach Chiswick wurde sie vollends zur zweiten Destille ausgebaut. Auf der inzwischen dritten Anlage mit dem Namen „Constance“, der größten Anlage von Sipsmith, wird ausschließlich der London Dry Gin gebrannt.

Die Anlagen sind so vielseitig, dass neben dem London Dry Gin auch der V.J.O.P und der Sipping Vodka darauf hergestellt werden können. Allerdings müssen sie dazwischen gründlich gereinigt werden.

Auf der Webseite vom Sipsmith Gin kann man übrigens den aktuellen Status der drei Destillen einsehen. Dieser wird in Echtzeit aktualisiert. Als ich heute geschaut habe, wurde in zwei Anlagen mazeriert und auf der Dritten gerade der Nachlauf gebrannt.

Botanicals

Die Herstellung des Sipsmith Gin ist sehr aufwändig und zeugt von immenser Handarbeit. Als Grundlage für die Mazeration und anschließende Destillation wird im ersten Schritt ein Vodka hergestellt.

In Summe beinhaltet das fertige Mazerat dann zehn verschiedene Botanicals:

Das Wasser kommt übrigens aus einer der Quellen der Themse.

Flaschendesign

Die Flasche ist mit einem dunkelgrünen Wachs versiegelt. Darunter befindet sich ein Kunststoffkorken. Auch das zweiteilige Etikett ist in der gleichen Farbe gehalten und wird mit goldenem Hintergrund aufgepeppt. Auf ihm ist stilisiert der Schwanenhals der Brennanlage abgebildet. Der Brennmeister schwenkt den britischen Union Jack. Die Rückseite der Flasche ist geprägt, was mir sehr gut gefällt. Somit gibt es bei Sipsmith den Luxus einer eigens für die Brennerei hergestellten Flasche.

Ein ziemlich besonderes Gimmick ist eine weitere Funktion auf der Webseite. Anhand der Batchnummer kann man herausfinden, was am Tag der Abfüllung in der Destillerie so passiert ist.

Meine Flasche trägt die Nummer LDG/841. Sie wurde nach dem Informationssystem am 19. Mai 2015 abgefüllt. (Ja, sie steht schon länger im Schrank und ist auch schon angebrochen).

Und was passierte jetzt an diesem Tag? Am 19. Mai 2015 wurde auf der Chelsea Flower Show die Pop-Up Bar im „The Botanist“ im Sloan Square eröffnet. Dort wurden alle Arten von Cocktails, die von Blumen inspiriert sind, angeboten. Gewidmet ist diese Charge der Blume der Zitronenverbene.

Nun aber genug der Informationen. Wie riecht und schmeckt der Gin denn nun?

In der Nase

Ich gieße mir einen Schluck in mein Riedel Gin Glas und lasse den Gin einen Moment atmen. Ein deutliches Wacholderaroma verströmt bereits. Beim ersten tiefen Atemzug gesellen sich noch Koriander und Angelika dazu. Auch Zitrusnoten nehme ich wahr. Ein feiner Duft von Zimt steigt ebenfalls auf. In Summe nehme ich einen klassischen London Dry Gin mit herben und erdigen Nuancen in der Nase wahr. Das Destillat macht beim Schwenken im Glas übrigens einen wunderbar öligen Eindruck.

Am Gaumen

Der erste Schluck bestätigt die herben und erdigen Nuancen. Leicht harzig und keine Spur von floralen oder fruchtigen Noten. Deutlich schmecke ich den Wacholder. Der Koriander und die Zitrusfrüchte paaren sich mit dem Lakritzgeschmack des Süßholzes. Im Abgang ist er dominant und trocken mit einem Hauch von Zimt und Zitrone. Zurück bleibt ein erdiges aber frisches Aroma von Wurzeln und dem Wacholder.

Perfekt serviert

Wer auf klassische wacholderlastige London Dry Gins steht, wird den Sipsmith sogar pur mögen. Für einen Gin&Tonic empfehle ich ein Indian Tonic Water. Im besten Fall nimmst du ein Fever Tree Indian oder das von Three Cents. Garnieren kannst du den Gin&Tonic mit einer geachtelten Limette. Ganz wichtig, nicht ausdrücken, sondern nur dazugeben. Somit fügst du nämlich nur leichte Nuancen der Säure zum Longdrink hinzu.

Fazit

Die Story hinter dem Sipsmith Gin ist wirklich interessant. Auf der hochwertigen und maßgefertigten Brennanlage entsteht ein hervorragendes Wacholderdestillat aus dem Herzen der Welthauptstadt des Gins. Er ist ein geradliniger Gin, aber dennoch reich und ausgewogen. Ein Sipsmith sollte in keiner Sammlung fehlen.

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Sipsmith London Dry Gin

8.4

Gesamteindruck

8.4/10

Eigenschaften

  • Wacholderbeeren
  • London Dry
  • herb und erdig

Alkoholgehalt

  • 41,6 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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