Wild Gin

Bei meinem diesjährigen Trip nach Stuttgart konnte ich es mir nicht nehmen lassen, das Weingut Escher in Schwaikheim zu besuchen. Neben dem Ginstr wird dort nämlich auch der weitaus weniger bekannte, aber dennoch hervorragende und besondere Wild Gin von Markus Escher destilliert.

Besonderer Wert wird bei den Eschers auf naturnahe Bewirtschaftung durch vielfältige Blühmischung, biologische Düngung und nachhaltige Bodenbearbeitung für einen lebendigen Weinberg gelegt.

Die vielen Wildkräuter und Blüten aus den Remstäler Weinbergen sind also die Grundlage für den Wild Gin von Markus. Sie werden von ihm im Spätherbst gesammelt. Für den Gin werden später nur die Blüten und die feinen Blätter ohne Stil verwendet. Die Stile würden dem Mazerat zu viele Bitterstoffe hinzufügen und müssen deshalb aussortiert werden. Der Gin genießt übrigens eine Ruhezeit von drei Monaten und wird dann mit reinem Trinkwasser auf die Trinkstärke mit 42% vol. Alkohol gebracht. Beim Destillat wird bewusst auf die Filtration verzichtet, um die vielfältigen Aromen besser zu erhalten.

Botanicals

Einige der gesammelten Wildkräuter hat Markus mir verraten. Neben Wacholder sind im Wild Gin unter anderem

  • Klee
  • Hafer
  • Lavendel
  • Luzerne
  • Wiesenrispe
  • Rosmarin
  • und Melisse

enthalten. So erfüllt die biologische Zwischenbegrünung des Weinbergs noch einen weiteren guten Zweck. Sie ist Lieferant für außergewöhnliche Botanicals des Wild Gins.

Flaschendesign

Die mattschwarze Steingutflasche mit 500ml Fassungsvermögen kenne ich schon vom The Illusionist Gin. Hierbei handelt es sich um eine sehr edle, im Falle vom Wild Gin sogar bedruckten Flasche in den Farben Weiß und Gold. Bedruckt ist sie mit großen Buchstaben und zeigt vorn den Namen des Gins und weißt mit der Aufschrift „Wildsammlung Weinberg“ auf die Herkunft der Botanicals hin. Auf der Rückseite ist in einem Ablaufdiagram die Kunst des Brennens von der Idee bis zum fertigen Produkt abgebildet. Sehr schön gestaltet! Verschlossen ist die Flasche mit einem Echtholzkorken mit Kunststoffeinsatz.

Und genau den öffne ich jetzt für dich.

In der Nase

Aus dem bauchigen Degustationsglas verströmt neben einer dezenten Wacholdernote ein frisches kräuterlastiges Bouquet. Mit einer feinen Nase lassen sich Rosmarin und Melisse ausmachen. Florale Noten kommen zudem vom Lavendel. Die unterschwelligen herben Töne kommen von Klee und Hafer. Er hat einen leicht erdigen, waldigen Geruch.

Am Gaumen

Beim ersten Schluck verströmen im Mund explosionsartig die Kräuter und entfalten ihr ganzes Bouquet. Der Wacholder kitzelt leicht in der Nase. Der Alkohol unterstreicht die floralen Nuancen am Gaumen. Der Wacholder steht hierbei dezent im Hintergrund. Im Abgang hat er ein langes Finish und die Kräuternoten bleiben frisch und anhaltend am Gaumen haften.

Perfekt Serviert

Für den Wild Gin empfehle ich ein hohes Weinglas, gefüllt mit Eiswürfeln und einem Zweig Rosmarin als Garnitur. Als Tonic passt hier das FeverTree Mediterranean am besten, da es die Kräuternuancen perfekt ergänzt. Ein gelungener Gin&Tonic für einen schönen Herbstabend nach einer Kräuterwanderung durch den Weinberg.

Fazit

Hinter den liebevoll in Handarbeit gesammelten Wildkräutern versteckt sich eine dezente Wacholdernote. Beim Wild Gin wurde bewusst auf orientalische Kräuter verzichtet. Er erzählt die Geschichte des Weinbergs. Wer auf Gins mit einem feinen Kräuterbouquet steht und keine Wacholderbombe erwartet, wird den Wild Gin lieben.

Beim Wild Gin handelt es sich übrigens um einen Jahrgangsgin und es werden nur ca. 800-1000 Flaschen pro Jahr hergestellt. Im Tasting hatte ich die Version aus dem Jahr 2017. Die Edition 2018 wird es im Frühling 2019 im Hofladen der Familie Escher neben den ausgezeichneten Weinen oder in ausgewählten Feinkostläden deutschlandweit zu kaufen geben.

 

 

Hinweis:

Ich bin verpflichtet diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen (Telemediengesetz §6). Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir die Testberichte und Fotos!

Wild Gin

7.9

Gesamteindruck

7.9/10

Eigenschaften

  • Kräuterlastig
  • Wildkräutersammlung
  • dezenter Wacholder

Alkoholgehalt

  • 42,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.