Citadelle Old Tom Gin

In diesem Review stelle ich dir einen Gin eines fast vergessen Gin-Stils vor. Bereits 1836 staunte Charles Dickens in den Bars von London über den Einfallsreichtum der dortigen Bartender. Schon damals süßten diese nämlich den alt bekannten Genever mit Zucker und kreierten interessante Drinks daraus. Und genau hier knüpft Alexandre Gabriel der renommierten Marke Cognac-Ferrand an und schuf den raffinierten Citadelle Old Tom Gin.

Maître Distillateur Alexandre Gabriel entdeckte auf einer seiner zahlreichen Reisen in die Karibik den wunderbaren braunen Zucker Demerara. Dieser unraffinierte Vollrohrzucker besitzt eine kräftige braune Farbe und weist einen charakteristischen Eigengeschmack auf.

Diesen speziellen Rohrzucker verwendet Alexandre für den Citadelle Old Tom Gin. Hierfür wird der Zucker in Kupferkesseln geröstet, also Karamellisiert und danach verdünnt und schließlich alkoholisiert. Die süße Zuckerlösung mit feinen Karamellnoten wird anschließend für drei bis vier Monate in Fässern gelagert.

Als Basis für den Old Tom Gin dient der Citadelle Réserve Gin, der letztendlich mit dem gealterten Zucker geblendet wird.

Botanicals

Der Gin selbst wird allerdings nach einem völlig untypischen Verfahren hergestellt, welches 2014 sogar von Ferrand patentiert wurde. Alexandre spricht hier von der progressiven Infusionsmethode. Jedes botanische Produkt wird dabei in neutralem Alkohol aus französischem Weizen einzeln eingelegt und mazeriert. Die Infusionszeiten liegen zwischen 24 und 72 Stunden. Die einzelnen Mazerate werden dann zusammen in den 2500 Liter fassenden Kupferkessel gegeben und über der offenen Flamme destilliert.

Als Zutaten kommen folgende Botanicals zum Einsatz:

Der Citadelle Old Tom Gin entsteht dann letztendlich durch das vermählen des bereits in Eichenfässern gelagerten Gins und des ebenso fassgelagerten Zuckers.

Flaschendesign

Die 500ml Flasche erinnert mich schon durch ihren gold-gelben Inhalt an eine Apothekerflasche mit einer geheimen, wohltuenden Tinktur. Auch das aufwändig gestaltete Etikett trägt hier seinen Teil bei. Das zentrale Element ist die rote Raute mit dem Markennamen Citadelle.

Der Rest des Etiketts erinnert an ein altes vergilbtes Blatt aus einem Notizbuch eines Apothekers. Unter der Raute steht in schwarzen Buchstaben „No Mistake Old Tom Gin“. Der schwarze Kater „Tom“ gibt die wichtigsten Informationen, wie Alkoholgehalt und Herstellungsart zum Gin preis. Sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Seite gibt es Informationen auf Französisch zum Old Tom Gin. Zusätzlich werden am rechten Rand alle 22 Zutaten aufgelistet.

In Summe ein sehr stimmiges und aufwändig gestaltetes Etikett. Verschlossen ist die Flasche mit einem dunklen Echtholzkorken mit Naturkorkeinsatz.

In der Nase

Ich öffne den Korken und gieße mir einen Schluck in Tasting-Glas. Das Destillat schimmert in einem leuchtenden goldenen Farbton.

Aus dem Glas entweicht sofort ein würziges, süßes Bouquet. Ich nehme feine Orangen- und Zitrusaromen wahr. Dazu gesellen sich blumige Anklänge, die sich mit würzigen Noten von Fenchel und Kreuzkümmel ergänzen. Die Röstaromen erinnern mich fast etwas an einen feinen Kaffee.

Im Glas bildet der Citadelle Old Tom wunderbare Schlieren und weist eine ölige Textur auf.

Am Gaumen

Vollmundig und elegant verteilt sich der Gin mit einer angenehmen Süße über der Zunge. Die Geschmacksknospen nehmen alsbald ein blumiges Bouquet mit einem Hauch Vanille und Orange am Gaumen wahr. Würzige Noten von Muskat, Zimt und Pfeffer runden letzendlich das interessante Geschmacksprofil ab.

Der Abgang zieht sich mit floralen, würzigen und holzigen Noten mehr als in die Länge und kann begeistern. Der Nachhall ist leicht süßlich mit einem Hauch Orange.

Perfekt serviert

Durch seine ausgesprochene Milde und angenehme Süße kann der Citadelle Old Tom wunderbar pur genossen werden. Auch auf Eis macht er eine gute Figur. Das Schmelzwasser nimmt ihm etwas die Süße. Die würzigen Aromen kommen aber weiterhin hervorragend zum Tragen.

Als Gin&Tonic empfehle ich den Old Tom Gin aus dem Hause Ferrand eher nicht. Hier fällt mir eher ein ganz klassischer Cocktail ein, nämlich der Tom Collins.

Tom Collins

Für einen Tom Collins benötigst du:

  • 5cl Old Tom Gin
  • 3cl Zitronensaft
  • 2cl Zuckersirup
  • Soda
  • Eiswürfel

Für die Zubereitung gibst du den Gin, den Zitronensaft und den Zuckersirup direkt ins Glas und rührst alles um. Danach werden die Eiswürfel hinzugegeben und mit Soda aufgefüllt. Als Garnitur eignet sich eine Zitronenspalte.

Fazit

Im Citadelle Old Tom Gin „No Mistake“ treffen schließlich zwei fassgereifte Spezialitäten aufeinander. Zum einen der Citadelle Réserve Gin und zum anderen der karamellisierte und fassgelagerte Vollrohrzucker Demerara. Zusammen ergeben sie in Symbiose eine perfekte Mischung aus beiden Elementen. Im Bouquet sind neben Karamellnoten ebenso florale, als auch fruchtige und würzige Komponenten enthalten.

Bei 46% vol. Alkoholgehalt letzendlich eine grundsolide Basis für einen ausgewogenen Tom Collins oder auch für den puren Genuss. Mit diesem außergewöhnlichen Gin machst du ganz bestimmt keinen Fehler!

 

 

Den Citadelle Old Tom Gin kannst du übrigens hier bei Bottlerocket.de bestellen.

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Die beschriebene Reise wurde übrigens vom Hersteller finanziert. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

Citadelle Old Tom Gin

8.8

Gesamteindruck

8.8/10

Eigenschaften

  • karamellisierter Rohrzucker
  • klassische Aromen
  • fassgelagert

Alkoholgehalt

  • 46,0 %

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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