AG – Don‘t call me Gin

Der AG - Don't call me Gin im Review auf ginvasion.de

Ein Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

In unserem neuesten Artikel stellen dir Vanessa und Basti einen Outsider unter den Gins vor. Wir beschäftigen uns diesmal nämlich mit dem „AG – Don‘t call me Gin“, wie man ihn trinkt und vor allem berichten wir, wo und wie er hergestellt wird. Dafür zieht es uns in die kleine Gemeinde Schlat bei Göppingen in die heiligen Hallen der Manufaktur Jörg Geiger.

Im Gasthaus Lamm, einem wunderschönen historischen Fachwerkhaus waren wir mit Anna Lisa von der Manufaktur Jörg Geiger verabredet. Sie ist dort für den Vertrieb und das Marketing zuständig. Nach einem PriSecco (was das genau ist dazu kommen wir später) erhielten wir zunächst eine Führung durch das urgemütliche Gasthaus und die alte Produktionsstätte in den Kellern und den Anbauten am Gebäude.

Der Brennkessel für den „AG – Don‘t call me Gin“ befindet sich übrigens im denkmalgeschützten Fachwerkhaus in direkter Nachbarschaft zu den Räumlichkeiten der Verwaltung und dem Verkauf. Er kommt unweit aus Göppingen von der Firma Carl. Tradition verpflichtet!

Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

Der Gasthof selbst wurde schon im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt und befindet sich seitdem in Familienhand.

Inspiriert von den intensiven Aromen des schwäbischen Wiesenobsts stellte schon der Vater von Jörg Geiger im Gewölbekeller unter dem Gasthof Lamm verschiedene Destillate her. Diese Faszination ist geblieben und so stellt die Manufaktur heute nicht nur edle Destillate, sondern auch hervorragende Schaumweine und die alkoholfreien PriSeccos aus den vielen verschiedenen alten Wiesenobstsorten her.

Produktion

Der Produktionsstandort liegt wenige Autominuten vom Gasthaus Lamm entfernt am Ortsrand von Schlat. Dort können in der Herbstzeit die umliegenden Streuobstwiesenbesitzer auch direkt ihr Obst anliefern. Der Produktionsleiter führt uns durch die modernen Hallen und erklärt uns die verschiedenen Produktionsschritte. In großen Pressen wird der Saft zunächst aus den reifen Früchten gewonnen.

Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

Dieser wird bis zur endgültigen Verarbeitung in großen Edelstahltanks gelagert.

Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

Die fertigen Produkte werden schließlich in einer beeindruckenden Anlage abgefüllt und etikettiert.

Das angrenzende Lager dient gleichzeitig als modernes Versandzentrum für die hochwertigen Produkte.

Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

Birnenschaumwein

Seit mehr als 200 Jahren entsteht in Schwaben aus der Obstsorte Champagner Bratbirne ein ganz besonderer Schaumwein. Hierfür wird in der Manufaktur das Obst gepresst und der Saft dann in großen Edelstahltanks kalt vergoren. Die zweite Gärung von 12-16 Wochen findet traditionell in der Flasche statt. Anschließend reift der Schaumwein noch für mindestens 15 Monate in der Flasche. Hierbei entsteht der Hefepfropfen im Flaschenhals, der fachmännisch degorgiert, also entfernt wird.

Neben dieser außergewöhnlichen Spezialität, die übrigens hervorragend mundet, entstammt der Manufaktur auch verschiedene Sorten Cider.

Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

PriSecco

Unter dem Motto „Prickeln ohne Promille“ kreiert Jörg Geiger diese alkoholfreien Seccos. Dafür kombiniert er verschiedene Säfte, die sortenrein geerntet und gepresst werden, mit Kräutern, Blüten und Blättern die zum größten Teil von Streuobstwiesen und Wäldern der Region stammen. Dabei entstehen wahrliche Meisterwerke in Bouquet und Aroma mit den klingenden Namen Apfelsinfonie, Rotfruchtig oder Cuvée Nr. 15 mit Mostbirne, Apfel und Kaffee. Übrigens unser absoluter Favorit. Sie eignen sich wunderbar für den puren Genuss oder zum Mixen mit dem hauseigenen „AG – Don‘t call me Gin“. Da die PriSeccos hundertprozentig alkoholfrei sind können sie übrigens bedenkenlos von Kindern und Schwangeren genossen werden.

AG – Don‘t call me Gin

Ein klassischer Gin verdankt sein typisches Aroma allein den Botanicals, mit denen der Neutralalkohol versetzt wird. Allen Voran natürlich der Wacholder. Hier geht der AG seinen eigenen Weg. Seine Basis ist ein vierfach destillierter Apfelbrandy aus handverlesenem Wiesenobst. Diese aromatische Ausgangsbasis wird mit Wacholder und weiteren 77 Botanicals aus der Region komplementiert.

Dieser nicht geschmacksneutrale Alkohol sorgt aber auch per Definition dafür, dass der AG „Don’t call me Gin!“ heißt, da für einen Gin als Basis ein neutraler Alkohol dienen muss.

Botanicals

Neben dem besagten Wacholder zählen unteranderem einheimische Stars wie

zu den geschmacksgebenden Zutaten.

Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger

Alle Zutaten werden im Apfelbrandy mazeriert und anschließend im Brennkessel destilliert.

Flaschendesign

Seinen Auftritt hat der „AG – Don‘t call me Gin“ in einer schwarzen Steingutflasche. Das farblich abgesetzte Etikett trägt den Namen des Gins, die Batchnummer, den Hinweis auf den Apfelbrand und Alkoholgehalt mit der Füllmenge auf einer Briefmarke als zentrales Element.

Umlaufend werden auf dem Etikett alle verwendeten Botanicals aufgeführt. Auf der Rückseite treffen wir dann noch das typisch schwäbische Streuobstwiesenschaf an. Ob es wohl an den Wiesenkräutern nascht?

Verschlossen ist die Flasche übrigens mit einem schwarzen Kunststoffkorken und ist praktischer Weise mit einem integrierten Ausgießer versehen. Schnell ist der Verschluss geöffnet und das Destillat fließt kontrolliert in unser Tasting-Glas. Das gefällt mir!

In der Nase

Über dem Glas schwebt neben der typisch fruchtigen Note des Apfelbrandys, der sich durch eine besondere Fülle natürlicher Akzente von Rose und Äpfeln auszeichnet eine filigrane Aromenstruktur verschiedenster Kräuter und Gewürze.  Dazu gehören zunächst florale Anklänge von Holunderblüten und Lavendel. Die herbe Seite wird durch die Douglasientriebe und den harzigen Wacholder geprägt. Zitronenverbene und Eukalyptus sorgen derweil für einen angenehm frischen Touch. Zimt und Mädesüß sorgen zudem für einen lieblichen Charakter.

Am Gaumen

Geschmeidig und mit einer leichten Süße verteilt sich das Destillat auf der Zunge. Im Mundraum explodiert eine raffinierte Kombination aus Apfel und Wacholder. Dazu gesellen sich komplexe Aromen von Kräutern und Blüten. Er ist trotz der Fülle der Zutaten erstaunlich geradlinig.

Er zeigt neben herben, durch Gerbstoffe geprägten Noten eine erstaunliche Frische durch die verwendeten Zitrusfrüchte. Auch spielen hier Zitronenthymian und Zitronenverbene eine tragende Rolle.

Im Abgang erscheint eine dezente Schärfe vom Ingwer und Chilli. Der Nachhall wird bestimmt durch ein wärmendes Finale, welches durch marzipanähnliche Anklänge begleitet wird.

Perfekt serviert

Durch seine feine und weiche Textur, aber auch durch seine Komplexität empfehlen wir den „AG – Don‘t call me Gin“ zunächst einmal pur zu genießen. Im Longdrink überzeugt er mit einem Soda-Wasser oder einem leichten Indian Tonic Water. Wer es etwas süßer mag, benutzt ein Mediterranean Tonic Water zum Beispiel von FeverTree. Im Hinterkopf muss man hier aber immer behalten, dass der AG kein klassischer Gin ist.

AG - Don't call me Gin&Tonic

Man kann den AG übrigens hervorragend mit den PriSeccos mixen. Empfohlen wird hier der Cuvée Nr. 11 mit unreifen Apfel und Eichenlaub oder den Cuvée Nr. 29 mit Birne Apfel und Hagebutte.

Letzterer überzeugt mit seinem Rosen-Apfelduft in Kombination mit den floralen Anklängen des AG. Eine sehr ausbalancierte Mischung mit einer erfrischenden Säure.

Mit dem passenden Wermut zaubert man sich übrigens mit dem AG einen außergewöhnlichen Appletini. Dafür hat die Manufaktur Jörg Geiger natürlich den passenden Wermut auf Apfelbasis im Angebot.

Wermut

Der !Wehmut basiert auf einem Apfelwein aus bittersüßen Äpfeln. Vergoren und gereift im Whiskyfass, veredelt mit holzfassgelagerten Apfel- und Traubenbränden. Der Wermut stammt dabei vom Sonnenhof und bringt die typischen Bitternoten mit in die Komposition. Geschmacklich wird der Wermut mit Kardamom, Ingwer, Schlüsselblumen, Haselnussblättern, Anis, Lorbeer und Zitronenverbene abgerundet.

Appletini

Für den Appletini benötigst du ein mit Eis gefülltes Rührglas und

  • 5cl AG – Don‘t call me Gin
  • 2cl !Wehmut
  • und eine Zitronenzeste.

Gib den !Wehmut und den Gin ins Rührglas und rühre ausreichend lange mit einem Barlöffel um. Spare hier nicht mit der Zeit, ein Martini lebt schließlich auch vom Schmelzwasser.

Seihe alles in ein gekühltes Martiniglas und garniere den Appletini mit der Zitronenzeste.

AG - Don't call me Gin - Appletini

Fazit

Inspiriert von Jahrhundert alten schwäbischen Obstsorten und Kräutern kreiert Jörg Geiger mit seinen hochmotivierten Mitarbeitern in seiner Manufaktur erlesene Schaumweine, Destillate, Cider und aktueller denn je seine alkoholfreien PriSeccos. Die Nachfrage an nicht alkoholischen Alternativen steigt zurzeit enorm und hier bietet sich eine wirklich spannende, vor allem geschmacklich abwechslungsreiche Alternative.

Der auf Apfelbrandy basierende „AG – Don‘t call me Gin“ ist eine interessante Bereicherung auf dem Gin-Markt und lädt zum Erkunden der vielschichtigen Aromenstruktur ein. Aber Achtung, hier ist kein klassischer Gin zu erwarten, einzuordnen wäre er wohl eher in der Kategorie New Western Style. In Kombination mit dem ausgezeichneten Wermut oder den PriSeccos zaubert man aber interessante und abwechslungsreiche Cocktails und Longdrinks.

Wer in der Nähe ist, sollte unbedingt mal im gut sortierten Laden am Gasthaus Lamm vorbeischauen und sich seinen Lieblings-Prisecco aussuchen und bei der Gelegenheit gleich einen AG – Don‘t call me Gin mitnehmen.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Gastfreundschaft und für die wirklich tolle und informative Führung durch Anna Lisa. Wir kommen gern für eine der Veranstaltungen wieder.

Passendes Tonic Water findest du übrigens hier bei unserem Partner Wacholderexpress.de

 

 

Hinweis:

Ich bin seit Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Test habe ich als PR Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden aber von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach eigenem Ermessen. Die Einnahmen aus Affiliate-Links benutze ich übrigens für diesen Blog. Diese ermöglichen mir ferner die Testberichte und Fotos!

AG - Don't call me Gin

8.4

Gesamteindruck

8.4/10

Eigenschaften

  • Auf Basis von Apfelbrandy
  • florale Nuancen
  • filigrane Kräuternoten

Alkoholgehalt

  • 46,0%

Veröffentlicht von Basti

Mein Name ist Sebastian und ich bin schon seit einigen Jahren dem Gin verfallen. Begonnen hat die Leidenschaft auf einer Dienstreise 2012 in einer Flughafenlounge in London. Angefangen habe ich mit Bombay Sapphire und Tanqueray und einfachem Tonic. Schnell wurde mir aber klar, dass die Standardgins nicht das Ende der Fahnenstange sind. Der Feel-Gin aus München hat hier die Sammelleidenschaft begründet.

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